When two wonderful people die... | Kurzgeschichte | © by Tone
When two wonderful people die... | Kurzgeschichte | © by Tone
Diese Kurzgeschichte bedeutet mir echt viel, denn es ist genau so passiert. Meine beiden Opas sind wirklich innerhalb acht Tagen gestorben. Ich widme ihnen übrigens die Story, denn sie waren die besten Großväter die man sich nur vorstellen kann. Und jetzt beschützen sie mich immer noch :']
o5.o3.2oo5
Meine Mutter ist mit meiner Oma ins Krankenhaus gefahren. Es muss schlimm um meinen Opa stehen, denn Onkel Gert und Tante Ute haben sich auf den Weg gemacht. Sie wollen nach Göttingen kommen und das mitten im Jahr.
Mom und Dad haben uns nie mehr erzählt, als das mein Großvater Krebs hat. Vor einem halben Jahr war er wieder zu Hause und alle dachten, er wäre gesund. Aber dem war leider nicht so. Als er noch einmal bei einer Untersuchung war, denn er kriegte immer schlechter Luft, sagten sie ihm, dass sich Metastasen gebildet haben. In der Lunge. Seit dem habe ich ihn nur noch an Weihnachten gesehen. Man sah ihm an, dass es ihm nicht gut ging.
Normalerweise meldeten sie sich immer, wenn sie etwas Neues erfuhren, daher dachten wir zu Hause bei meinem Vater, dass es Opa gut ging. Doch dem war nicht so.
Am Abend warteten wir darauf, doch sie kamen so spät, dass wir Kinder schon im Bett lagen.
o6.o3.2oo5 - Todestag von meinem Opa Heribert .
Nächsten Morgen wachten wir auf, es war Sonntag. Meine Mutter war schon wieder nicht da und Papa wollte uns ablenken, also gingen wir rodeln. Meine andere Oma und mein anderer Opa wohnten kurz vor der Wiese, daher machten wir noch kurz davor ein Besuch bei denen. Seit einem Jahr war eine andere Stimmung in der Familie. Es wurde weniger gelacht, es war traurig. Wir unterhielten uns mit dem Opa, der selber totkrank war. Oma gab uns Brote mit und wir wollten gerade aufbrechen, da kriegte mein Vater ein Anruf.
Er ging aus den Raum. Oma und Opa warfen sich besorgte Blicke zu, wir Kinder blieben fröhlich, schalteten den Fernseher ein. Wir taten, als bekämen wir nicht mit. Doch das war nicht so. Geri, Joni und ich waren verängstigt. Unsere davor heile Familie bekam plötzlich so viel Schicksal ab.
Als Papa wieder reinkam, fragte meine Großmutter: "Ist es so weit?"
Mein Vater nickte.
Tief in meinem Inneren wusste ich schon da, Opa ist tot. Ein Mann, der so viel vor hatte. Der hundert werden wollte. Der mit meinem Cousin Flori eine riesige Modelleisenbahnlandschaft aufbauen wollte, die schon gekauft war. Der mit uns geschnitzt hat und gespielt. Der mir die Schleife beigebracht hat und Teilen mit Holzstücken intressant gemacht hat. Dieser wunderbare Mensch ist gestorben.
Doch damals tat ich so, als wäre ich ahnungslos. Ich ging mit Rodeln, doch es war das schlimmste Schlittenfahren, was ich je erlebt habe. Wahrscheinlich auch das Kürzeste.
Wir fuhren nach Hause und mein Vater bat uns, mit ins Wohnzimmer zu kommen. Meine Brüder und ich setzten uns auf die Couch und Papa begann zu erzählen. Seine letzten Worte, die ich hörte, waren: "Euer Opa ist tot.Eure Großmutter, Ute und Mama sind gerade Kaffeetrinken gegangen, da starb er."
Dann fingen wir an zu weinen. Ich konnte nicht mehr aufhören...
Auch an diesem Tag sah ich meine Mutter nicht.
11.o3.2oo5
Es stand die Trauerfeier an.
Die Familie traf sich bei meiner Oma. Zusammen fuhren wir zu der Trauerfeier. Ich saß in der dritten Reihe von links, neben meiner Cousine. Der Priester fing an zu reden, doch da hörte ich schon weg. Ich wollte nichts hören, ich konnte nicht. Wir Kinder - meine Brüder Joni und Geri, meine Cousine Fini und mein Cousin Flori - weinten. Ich glaube nicht, dass ich damals schon verstanden habe, dass ich meinen Opa nicht mehr sehen würde, doch ich verstand, dass etwas Schlimmes mit meinem Großvater passiert sein musste.
Wir 'feierten' danach noch im Badenhausener Haus. Das ist ein Restaurant, in einem kleinem Ort. Fini und ich knackten die ganze Zeit einen Automaten, weil wir unbedingt den ganzen Inhalt haben wollten, bestellten uns Getränke die natürlich unsere Oma bezahlte, spielten Verstecken. Beim Letzteren krabbelte ich auf dem Boden herum und schrie aufeinmal auf. Irgendetwas tat in meinem Knie so weh. Damals hatte ich noch auf einem Bauernhof gelebt, also wusste ich, dass es kein Spon sein konnte. Es tat doller weh. Doch meine Mutter nahm keine Notiz, was man ihr nicht verübeln konnte, genau so wenig wie mein Vater, dem auch nicht. Sie hatten gerade einen Menschen verloren, den sie liebten. 'Ich solle mich nicht so anstellen', sagten sie. Ich humpelte zurück und versuchte nicht mehr zu weinen oder zu schreien.
12.o3.2oo5
Warum wir eine Tour durch Fredelsloh machten, weiß ich nicht. Wahrscheinlich um uns alle abzulenken. Ich konnte immer noch nicht mein Knie wieder richtig knicken, doch ich versuchte, so wenig wie möglich zu humpeln. Doch nach dem wir drei Stunden durch diesen kleinen Ort gegangen waren, konnte ich nicht mehr anders. Mein Bein tat so weh, dass ich einfach nur noch nach Hause wollte. Dort zurück, nahm meine Mutter genervt die Pinzette und nahm zog etwas aus meinem Knie. Ein sechs Zentimeter langes und ein Zentimeter breites Stück Holz.
Schnell aß ich noch meine Nudeln, dann nahm mich mein Vater und wir fuhren ins Krankenhaus.
Sie schnitten mein Knie auf und holten die restlichen Holzstücke daraus.
14.o3.2oo5 - Todestag von meinem Opa Werner
Es war Montag, wir gingen wieder in die Schule, auch wenn wir uns nicht richtig konzentrieren konnten, denn mein Opa, der noch lebte, war ins Krankenhaus gekommen - mal wieder. Gestern Abend rief Oma an und meinte, das Opa nicht im Krankenwagen mitfahren wolle. Also kam mein Vater und brachte ihn ins Krankenhaus.
Seit dem war er nicht wieder gekommen. Mom sagte, es wäre alles in Ordnung, doch ich glaubte es ihr nicht.
In der vierten Stunde kam unsere Sekretärin rein und holte mich raus. Meine Mutter, Geri und Joni waren da. Wir gingen nach Hause und sie sagte uns, dass unser andere Opa auch tot wäre. Er sei einfach eingeschlafen.
18.o3.2oo5
Trauerfeier. Wir feierten im engsten Kreis. Es war traurig, aber auch hier schaltete ich total ab. Ich wollte / konnte nicht mehr weinen.
Mitte April
Wir saßen alle beim Abendbrot, komischer Weise hatten wir uns etwas bestellt. Langsam erholten wir uns von dem Schreck Anfang März. Dann fing mein Vater an. Ihr müsst wissen, ich habe in Förste gewohnt, einem wunderschönen Dorf, an dem immer noch mein Herz hängt. An diesem Abend aber erzählte mein Vater, dass wir umziehen würden, zwar einfach nur in die Stadt von unserem Landkreis, doch für mich war das die Welt. Ich wollte nicht weg. "Opa Werner hat mich gefragt und wir haben lange drüber nachgedacht. Ich habe es ihm an seinem Todestag erzählt, dass wir das Haus nehmen würden und man konnte sehen, was für eine Erleichterung aus seinem Gesicht fiel. So konnte er fiel glücklicher einschlafen.", erzählte er uns. Es war für mich immer noch nicht toll, aber es war schön, dass ich wenigstes meinem Opa ein Gefallen tat, denn er hatte das Haus alleine mit aufgebaut und wollte, dass es in guter Obhut war.
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Oww, traurige Story :(. Ist
Vanney_
Verfasst am:
15.03.10 - 18:15
Mitglied seit:
1 Jahr 50 Wochen
Ranking:
Oww, traurige Story :(. Ist ja total arg wenn der zweite Opa nach wenigen Tagen auch stirbt..
if you got a heart and soul you can rock 'n roll ♥
wow
Gast
anonymous user
Verfasst am:
15.03.10 - 18:59
Mitglied seit:
42 Jahre 6 Wochen
Ranking:
wow, ich kann nichts anders sagen. einfach nur 'wow'. es ist so traurig, aber du hast es so wunderschön geschrieben, du tust mir so leid. ich weiß wie sich sowas anfühlt. meine uroma, ok das ist kein vergleich, ist auch letztes jahr gestorben. sie war zwar schon fast 94 aber es war trotzdem sehr traurig....
Danke schön für die
SweEt_DeMi_LovAtO
Verfasst am:
16.03.10 - 14:19
Mitglied seit:
2 Jahre 35 Wochen
Ranking:
Danke schön für die Kommis :)
Giovani Dos Santos ist der WM Held 2010
Mexico - Weltmeister der Herzen
; porque nadie es perfectoHmm... Berührt mich
Gast
anonymous user
Verfasst am:
16.03.10 - 15:50
Mitglied seit:
42 Jahre 6 Wochen
Ranking:
Hmm... Berührt mich irgendwie.
Ich weiß, wie es ist, wenn ein Opa stirbt. Ich habe nur noch einen. Und der wo gestorben ist, den kann man mit dem vergleichen, der Lungenkrebs hatte. Nur dass er das CUP Syndrom hatte und man nicht mehr herausgefunden hat, was für ein Krabs es war. Er war einfach da und meine Eltern hatten es mir nicht einmal gesagt, bevor ich sie belauscht hatte und sie anschl. drauf angesprochen hatte. Das ist jetzt fast vier Jahre her. Also 12.11.2006. Der Geburtstag meiner Cousine. Great.
Das war ein scheiß Tag und ich konnte mich nicht mal von ihm verabschieden. Ich konnte ihn die Tage davor nicht mal mehr besuchen, weil ich auf Konfiwe war und mir keiner Bescheid gesagt hatte.
Ich kam schon einen Tag früher heim, weil es mir nicht gut ging und dann kam der Anruf.
Meine Eltern sind hingefahren nach Erlangen in die Uniklinik und sind dort bis 4 Uhr morgens geblieben.
Uns haben sie nichts gesagt am nächsten Morgen.
Am Abend hatte ich noch meinen Vater gefragt: Stirbt der Opa? - Und er hat bloß genickt und ist dann gegangen.
Um die Uhrzeit, als sein Herz aufgehört hatte zu schlagen, wachte ich auf in der Nacht und hab mich gewundert, warum noch keiner zurück ist, aber ich hatte mir nichts gedacht dabei, ich dachte es lag an den höllischen Bauchschmerzen...
Ach Gott... wieso red ich eig schon widda so viel :D
@ Brombeerchen Du Arme. Von
SweEt_DeMi_LovAtO
Verfasst am:
16.03.10 - 16:04
Mitglied seit:
2 Jahre 35 Wochen
Ranking:
@ Brombeerchen Du Arme. Von meinem Einem Opa, der einfach eingeschlafen ist, konnte ich mich verabschieden, aber den anderen habe ich das letzte mal zu Weihnachten gesehen & dann war er die ganze Zeit auf der Intensivstation & ich durfte als Kind nicht zu ihm. Meine Eltern wollten, dass ich ihn fröhlich in Erinnerung behielt. :]
Giovani Dos Santos ist der WM Held 2010
Mexico - Weltmeister der Herzen
; porque nadie es perfectosehr traurig und
smily_t
Verfasst am:
17.03.10 - 18:37
Mitglied seit:
2 Jahre 30 Wochen
Ranking:
sehr traurig und wunderschön geschrieben
mein Opa ist auch im Jahr 2005 an Lungenkrebs gestorben,
es war mitten in der Nacht, meine Mutter hatte mich aufgeweckt
und gemeint, dass es Opa nicht gut ginge und das wir die Nacht
bei ihm zu Hause verbringen. Sie wollte mich nicht allein zu
Hause lassen, deshalb nahm sie mich mit. Dort angekommen
(der weg dauert ungefähr 5 Minuten zu Fuß) gingen wir gleich
zu ihm ins Zimmer. Dort sprach er gerade mit meiner Tante. Nach einigen Sekunden
sagte er einpaar letzte Worte und schloss dann seine Augen für immer.
Ich kann mich nicht mehr daran erinnern was er gesagt hat, aber ich glaube er wusste, dass
er jetzt stirbt.
Jetzt kommen die ganzen Erinnerungen wieder hoch!
To be afraid
Afraid to fall
You know I´ll catch you through it all