Stallgeflüster (von Anne1986 und kruemelchen1988) Neu: Teil 17
Stallgeflüster (von Anne1986 und kruemelchen1988) Neu: Teil 17
Hallo alle zusammen!
Anne1986 und ich haben beschlossen auch mal gmeinsame Sache zu machen. =)
Deswegen schreiben wir eine etwas andere Story, wir hoffen sie gefällt euch und ihr hinterlasst uns fleißig Kommis, damit wir wissen ob wir weiter schreiben sollen oder ob sich überhaupt jemand dafür interessiert *gg*
Luv & kisses eure Mädels
Anne und Kim ;)
Prolog:
"Vanessa! Was machst du daaa!??" völlig geschockt starrte Sie, mit gerafftem Kleid und noch völlig außer Atem vom langen suchen, ihre Freundin an, die sie endlich im Pferdestall gefunden hatte. Doch bevor Vanessa etwas darauf sagen konnte tauchte plötzlich Christopher auf. "Vanessa! Bitte Schatz, gib mir die Waffe.." er ging langsam mit ausgestreckter Hand auf seine Frau zu. Vanessa schüttelte nur energisch den Kopf und drückte sich, wie zum Beweis für ihre Entschlossenheit, die Waffe noch fester gegen ihre Schläfe. Mit Tränenüberflutetem Gesicht schrie sie Christopher plötzlich wütend an. "Keinen Schritt weiter, oder ich drück ab!" Sofort blieb er stehen, viel zu sehr liebte er sie, als dass er wollte, dass ihr irgendetwas passierte. "Nessa." Schaltete sich nun auch wieder Ashley ein. "Bitte, gib Christopher die Waffe. Das ist doch keine Lösung! Außerdem kannst du mich doch hier nicht alleine lassen." Auch Ashley liefen jetzt die Tränen runter. Ihr war es egal, dass es sich eigentlich nicht schickte in der Öffentlichkeit derartige Emotionen zu zeigen, schließlich war ihre beste Freundin gerade drauf und dran Selbstmord zu begehen. "Ashley es tut mir so leid, aber ich kann nicht anders." "Doch du kannst! Du musst es nur versuchen. Nimm einfach die Waffe runter und dann wird alles wieder gut." Versuchte Ashley ihre Freundin mit aller Macht zu überzeugen. "Du weißt selbst dass nicht alles wieder gut wird, dass es nie gut war..." Ashley sah fast gar nichts mehr vor lauter Tränen, wie konnte es nur so weit kommen!? "Ich werde dich immer lieben, vergiss dass bitte nicht meine kleine." War das letzte was Nessa sagte, bevor Ashley ein Klicken vernahm und laut aufschrie....
Teil 1:
BRISTOL, Südwest-England – Es war gerade Samstag morgen, kurz nach 7 Uhr im Jahre 1905, als die aufgehende Sonne auf ein großzügig angelegtes Hofgut schien. Das dortige Treiben wurde von Minute zu Minute mehr. Manche Personen liefen mit Schubkarren und Mistgabeln über den gepflasterten Vorhof, während andere rechts und links an der Hand temperamentvolle Pferde auf die Weide führten.
Das imposante Haupthaus, welches in typisch englischem Klinkermauerwerk erbaut wurde, war umgeben von etlichen Grünflächen, die mit Flieder, Rosmarin und diversen anderen Sträuchern liebevoll angelegt waren. Ein paar Schritte davon entfernt betrat man auch schon den riesengroßen Stalltrakt, indem unzählige Pferde ihr zu Hause fanden. Sie wurden von Angestellten gestriegelt oder für das Training, welches in der angrenzenden Reithalle oder auf einem der drei großflächigen Außenplätze abgehalten wurde, vorbereitet.
Plötzlich wurde das friedliche Zwitschern der Vögel im Frühling durch gleichmäßiges Herantrappen mehrerer Pferdehufe und quietschenden Holzrädern gestört. Auf dem Hof fuhr eine rustikale Kutsche mit zwei schwarzen Rössern vor, die erst unmittelbar vor der Eingangstür des Haupthauses zum stehen kam. Der Kutscher sicherte die Leinen seiner Vierbeiner und machte schließlich die Seitentür seines Gefährts auf, damit die von ihm chauffierten Personen aussteigen konnten. Es waren zwei Damen, noch jungen Alters, beide mit einem vorzüglichen Kleid bedeckt und einer Gerte in der Hand. Sie verabschiedeten sich von ihrem Fahrer und gingen dann zielgerichtet zur Haustür. Das schwarzhaarige Mädchen griff nach dem silbernen Pferdekopf, welcher an der grünen Holztür gefestigt war und klopfte schwungvoll. Einen kurzen Moment später wurde diese schließlich von einem Dienstmädchen geöffnet, welche die Gäste nach einer kurzen Begrüßung hereinbat.
Im Wohnzimmer saß eine Dame mittleren Alters und las ein Buch. Als sie die ihr wohl bekannten Stimmen vernahm, drehte sie sich um und ging freudestrahlend auf ihren Besuch zu.
??: "Liebes, schön dass ihr endlich da seid! Ich habe schon auf euch gewartet!"
??: "Hallo Mama! Wir wurden aufgehalten, da eines der Pferde unterwegs ein Eisen verloren hatte…"
??: "Einen schönen Guten Morgen Miss Hudgens."
MsH: "Ashley! Schön dich wieder zu sehen! Wie geht es deinen Eltern?"
A: "Danke der Nachfrage! Ich soll Ihnen liebe Grüße ausrichten. Sie würden sich freuen, wenn Sie und Ihr Mann mal zum Tanztee vorbeikommen würden!"
MsH: "Sehr gerne! Ich denke, dass lässt sich einrichten!"
??: "Wo ist denn Papa?"
MsH: "Der ist im Büro! Er muss noch einige Formalitäten klären, da wir heute nachmittag zwei neue Gast-Pferde bekommen."
Das schwarzhaarige Mädchen lief an den beiden Frauen vorbei und betrat das benachbarte Zimmer. Dort saß ein dunkelhaariger Mann, in Anzug und Krawatte gekleidet und kämpfte sich durch diverse Schreiben, welche auf seinem Tisch lagen.
??: "Papa!!"
Das Mädchen ließ die Hand von der Türklinke gleiten und rannte auf ihren Vater zu. Sie fiel ihm um den Hals und begrüßte ihn ausgiebig. Schon mehrere Wochen hatten sie sich jetzt nicht mehr gesehen, weil sie mit ihrem Mann nach London gereist war.
MrH: "Vanessa! Schön dich zu sehen! Setz dich doch! … Ist Christopher auch hier?"
V: "Nein, er hat heute noch einen Notfall in die Praxis bekommen. Ein alter Hund, der von einem Pferdetritt schwer getroffen wurde! Er lässt euch aber lieb grüßen!"
MrH: "Bist du dann etwa ganz alleine hergefahren? Ich habe dir doch schon mal gesagt, dass du das nicht machen sollst!"
V: "Keine Angst Papa! Ashley ist mitgekommen! Philip ist ebenfalls verhindert und sie hat gefragt, ob sie mich begleiten kann. Du weißt doch, wie vernarrt sie in Pferde ist…"
MrH: "Was wollt ihr heute denn machen?"
V: "Es ist heute so schönes Wetter…ich dachte an einen Ausritt mit meinem geliebten Dreamer."
MrH: "Warte! Dann lass ich ihn von Antoine reinholen. Wir haben ihm heute morgen noch etwas Freilauf gewährt."
V: "Kann Ashley vielleicht Minou bekommen? Sie ist ja eine liebe, unkomplizierte Stute…"
MrH: "Natürlich! Ich werde es veranlassen. In gut einer Stunde sind die beiden dann fertig! So, und jetzt lass uns zu deiner Mutter gehen! Sie hat sich heute schon den ganzen Tag auf dich gefreut!"
Teil 2:
"Die Pferde stehen jetzt bereit, Sir."
Erklärte Antoine nach ca. einer Stunde und verschwand dann, mit einer angedeuteten Verbeugung wieder aus dem Teezimmer nachdem Mr. Hudgens ihm zu verstehen gegeben hatte, dass sie gleich kommen würden.
"Wunderbar! Ich war schon so lange nicht mehr reiten. Hoffentlich beherrsche ich es noch." Lachte Ashley und zeigte dabei ihre markellosen Zähne.
"Wir haben einen neuen Reitlehrer. Er kümmert sich zur Zeit um deine Mutter." Erklärte Mr. Hudgens an seine Tochter gewand und fuhr dann fort. "Er kann sich sicherlich etwas Zeit für euch nehmen um euch den Einstieg zu erleichtern."
"Oh ja, dass ist eine hervorragende Idee." Stimmte Ashley dem Vorschlag zu und auch Nessa nickte. Immerhin war sie seit der Hochzeit vor 6 Monaten ebenfalls auf keinem Pferderücken mehr gesessen.
Damit machten sich Vanessa, Ashley und Mr. Hudgens auf den Weg nach draußen. Mrs. Hudgens bevorzugte es drinnen zu bleiben, da sie noch einige Vorkehrungen für die bevorstehende Willkommensparty zu treffen hatte.
"Jared!" Rief Mr. Hudgens einem jungen braunhaarigen Mann zu, welcher gerade damit beschäftigt war eines der Pferde zu striegeln.
"Ja, Sir." Legte Jared sofort die Bürste auf die Seite und wand sich Mr. Hudgens und seinen, ihm unbekannten Begleiterinnen zu. Eine der beiden Damen kam ihm bekannt vor, bis es ihm plötzlich wie Schuppen vor den Augen auffiel, dass es sich hierbei wohl um die junge Mrs. Hudgens handeln musste. Auf den Gemälden im Haus, war sie noch etwas jünger, deswegen war es ihm nicht sofort aufgefallen.
"Jared, wären sie wohl so nett und würden sich um diese zwei Damen kümmern. Sie würden gerne einen Ausritt machen, sind aber schon einige Zeit nicht mehr auf einem Pferderücken gesessen."
"Natürlich, Sir." Nickte Jared.
Damit verabschiedete Mr. Hudgens sich von den Ladys mit einem angedeuteten Handkuss, welcher den Damen eine leichte Röte auf die Wangen zauberte.
In der Zwischenzeit holte Jared die bereits fertig vorbereiteten Pferde herbei und sattelte auch das seinige. Ruck zuck saß Vanessa auf ihrem Dreamer, anscheinend hatte sie in den letzten Monaten nichts verlernt. Doch Ashley hatte so ihre Probleme überhaupt in den Sattel zu kommen, also eilte Jared ihr zur Hilfe. "Danke." Gab Ash nur knapp von sich und würdigte ihn kaum eines Blickes, viel zu sehr war sie damit beschäftigt, sich in den Sattel zu krallen. "Sie müssen einfach ihr Gewicht ein wenig verlagern, dann klappt es wie von selbst." Gab Jared ihr einen Tipp und tatsächlich gelang es Ash so sitzen zu bleiben. "Bereit!?" Fragte Nessa ihre Freundin mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht, sie liebte es zu reiten. Auf Dreamers Rücken fühlte sie sich frei und unbeschwert, sie musste nicht auf irgendwelche Regeln achten, dass Gerede der Gesellschaft war ihr egal. Sie konnte einfach sie selbst sein, nämlich ein, im Herzen, immer noch kleines Kind.
"Ja, ich denke schon." Antwortete Ashley etwas unsicher, doch darauf achtete Nessa gar nicht und ritt los, auf die große Weide, die zu dem Anwesen der Hudgens gehörte. Langsam setzte sich auch Ashley mit ihrem Pferd in Bewegung. Sie liebte das Reiten zwar ebenfalls, aber sie kam viel zu selten dazu und ein eigenes Pferd hatte sie leider nie bessesen. Jared bemerkte Ashleys Unsicherheit und entschloss sich deshalb lieber in ihrer Nähe zu bleiben. "Alles in Ordnung Mrs..." wollte er wissen, doch er konnte den Satz nicht beenden, da er ja noch nicht mal den Namen der Dame wusste.
"Mrs. Tisdale." Gab Ash lachend zur Antwort, stoppte aber sofort wieder, es schickte sich schließlich nicht wildfremde Männer anzulachen.
"Ok. Miss Tisdale. Das sieht doch ganz gut aus. Wenn Sie ihren Rücken noch etwas aufrichten, dann dürfte es noch ein wenig einfacher werden." Gesagt getan, richtete Ash ihren Rücken auf und tatsächlich. "Stimmt, Sie haben recht." Schenkte sie ihm ein Lächeln und wagte es dann sogar etwas schneller zu reiten. Nessa war längst über alle Berge, aber das kannte Ashley schon von ihrer Freundin, sobald sie auf einem Pferd saß vergaß sie alles um sich herum.
"Wolln wir?" Fragte Ash Jared nach weiteren 10 Minuten und nickte lächelnd nach vorne. Jared nickte entschlossen zurück und so galoppierten sie so schnell die Pferde sie tragen konnten über die Felder. Ashleys Haare wehten im Wind und sie strahlte. Wie sehr hatte sie das vermisst. Ihr war es egal, dass Jared bei ihr war, denn sie musste einfach laut lachen. Sie konnte ihre Gefühle nicht zurück halten, viel zu schön war diese Unbeschwertheit. Jared sah sie fasziniert an, denn normalerweise zeigten Frauen selten Gefühle in der Öffentlichkeit um genau zu sein, hatte er noch nie eine Frau so bezaubernd lachen sehen...
Teil 3:
Ein paar Kilometer entfernt befand sich Vanessa in der Zwischenzeit auf einer frühlingshaft duftenden Wiese. Wo man auch hinschaute sah man Glockenblumen, Veilchen und Orchideen, die im Begriff waren aufzublühen. Das Gras wurde endlich grün und die Bäume bekamen ihre ersten Knospen.
Vanessa schwang ihr Bein gekonnt von Dreamer und setzte sich unter einen Baum, der etwas Schatten spendete. Sie machte die Augen zu und genoss einfach nur die Stille und das sanfte Rauschen des Windes. Hier konnte sie ihre ganzen Sorgen einfach mal für eine kurze Zeit hinter sich lassen. Vor Christopher und ihren Eltern musste sie immer das glückliche Mädchen spielen, doch in Wirklichkeit war sie das gar nicht. Sie wollte auf eigenen Beinen stehen und sich ihr eigenes Geld verdienen, doch das war in der heutigen Gesellschaft eine Unart. Frauen gehörten hinter den Herd und mussten sich um die Kinder kümmern, während der Ehegatte den ganzen Tag arbeiten ging. Christopher sah sie deshalb nur kurz vor dem schlafen gehen, wenn er ihr noch einen Gute-Nacht-Kuss auf den Mund drückte. Er war Tierarzt und hatte eigentlich nie Feierabend. Fast täglich kam es vor, dass er Überstunden machen musste, weil noch ein Notfall ins Haus kam. Vanessa bewunderte seine Arbeit, sie liebte Tiere über alles, aber sie liebte auch ihn. Manchmal wünschte sie sich, er hätte einen anderen, weniger gut bezahlten Job, dafür aber mehr Zeit für sie.
Plötzlich wurde Vanessa unsanft aus ihren Gedanken gerissen, als Ashley und Jared mit ihren Pferden aus dem Wald galoppiert kamen. Sie sahen Dreamer, der seelenruhig auf der Wiese graste und stiegen auch von ihren beiden Vierbeinern ab. Jared nahm derweil die Zügel der Pferde und genoss in einiger Entfernung die warmen Sonnenstrahlen, während sie Ashley neben Vanessa setzte und nach Luft schnappte.
„Man war das schön! Ich hatte schon ganz vergessen, wie sehr ich das reiten liebe! Es gibt einfach nichts Entspannenderes!“ erwiderte Ashley zu ihrer Freundin. „Wartest du schon lange auf uns?“ „Nein, erst seit ein paar Minuten. Dreamer hatte es einfach genossen mal so schnell zu laufen, wie ihn seine Beine tragen konnten. Wenn man bedenkt, dass er bis vor ein paar Jahren nur die triste Galopprennbahn kannte, kann man ihm seinen Spaß in der freien Natur wirklich nicht verübeln.“ „Lass uns noch ein bisschen die Ruhe genießen.“ „Gerne. Ich habe sowieso keine Lust auf die Willkommensfeier meiner Mutter.“ -meinte Vanessa etwas genervt. „Na, komm. Deine Mutter hat sich so viel Mühe damit gegeben. Sie hat nahezu alle engen Freunde und Bekannte von uns eingeladen.“ „Danke Ashley, aber ich hätte viel lieber einen gemütlichen Abend im Kreise der Familie gehabt.“
Nach gut einer halben Stunde kühlte sich die Luft im Anbruch des Abends langsam etwas ab und so beschlossen die Drei, sich langsam auf den Heimweg zu machen. Ashley ritt in der Mitte, während Jared und Vanessa sich rechts und links von ihr im gemütlichen Schritt vorwärts bewegten. Jared schaute immer wieder gewollt unauffällig zu Ashley hinüber, was Vanessa zu einem Schmunzeln bewegte. Sie kannte den neuen Reitlehrer eigentlich noch gar nicht, aber irgendwie war er ihr auf Anhieb sympathisch.
„Weißt du Vanessa, ich bin richtig neidisch auf dich.“ -brach Ashley schließlich das Schweigen. „Warum dass denn?“ „Naja, du hast deinen Dreamer. Ich hätte auch gerne ein Pferd, das nur mir alleine gehört.“ „Aber du kannst doch jedes Pferd reiten, das du möchtest. Papa hat bestimmt nichts dagegen.“ „Das ist aber nicht dasselbe und das weißt du auch. Ich kann mich noch genau daran erinnern, als dir deine Eltern Dreamer zum Geburtstag geschenkt hatten. Er hatte eine rote Schleife um den Hals und du wusstest im ersten Moment gar nicht, was du sagen solltest.“ „Ja, an den Tag erinnere ich mich noch genau. Das ist schon 5 Jahre her, mein Gott, wie die Zeit vergeht.“
Sie kamen gerade noch rechtzeitig auf den Hof, denn die ersten Gäste trafen bereits ein. Jared hielt den Mädchen noch die Pferde fest, während diese abstiegen. Dabei musste er Ashley wieder anlächeln, da ihre Wangen von der frischen Luft leicht gerötet waren und das machte sie in seinen Augen noch bezaubernder. Ashley bemerkte seine Mimik und war anfangs etwas irritiert, doch irgendwann erwiderte sie sein Lachen. Als Jared merkte, dass er mitlehrweile zu stieren begann, schüttelte er leicht den Kopf und verschwand mit den Pferden in den Stallungen. Die Mädchen gingen derweil in das Hauptgebäude und machten sich ein wenig frisch.
„Na, war der Ausritt schön gewesen, Liebes?“ fragte Vanessas Vater, als er seine Tochter alleine im Kaminzimmer in einem Sessel sitzen sah. Sie war scheinbar in irgendwelche Gedanken vertieft. Nachdem er sich neben sie setzte, antwortete sie ihm „Ja, danke! Ich hatte ganz vergessen, wie schön es doch ist. Du, Papa, kann ich dich mal etwas fragen?“ „Was gibt es denn? Wenn ich dich glücklich machen kann, dann tue ich es gerne.“ „Also es geht eigentlich gar nicht um mich, sondern um Ashley.“ „So, und was kann ich für sie tun?“ „Naja, sie wünscht sich so sehr ein eigenes Pferd. Meinst du, du könntest mal mit den Tisdales reden? Nächste Woche ist doch diese Auktion in London...und außerdem heiratet Ashley bald“ „Ja, aber was soll ich ihnen denn sagen?“ „ Du machst das schon. Du und Mama versteht euch doch so gut mit ihrer Familie. Es würde sie so glücklich machen! BITTE.“ Bei diesem Hundeblick konnte Mr. Hudgens nicht widerstehen. Er konnte sich ein lachen nicht verkneifen und nickte seiner Tochter als Zeichen der Zustimmung zu. Diese fiel ihrem Vater augenblicklich um den Hals und drückte ihn ganz fest an sich. „Du bist der Beste.“
Die beiden verließen das vom Kaminfeuer erwärmte Zimmer und gesellten sich zu den anderen. Der Abend wurde ziemlich spät. Vanessa und Ashley unterhielten sich die ganze Zeit angeregt mit ihren damaligen Klassenfreunden, die sie schon jahrelang nicht mehr gesehen hatten. Außerdem waren die Tanten, Onkels, Cousinen und Cousines von Vanessa angereist. Diese hatte sie zuletzt bei ihrer Hochzeit gesehen. Sie war auch mit ihnen in tiefgründige Gespräche verwickelt, als sie sich schlussendlich todmüde ins Bett fallen lies. Ja, das war ein ereignisreicher Tag gewesen.
Am nächsten Morgen wachten beide Mädchen trotz ihrer Müdigkeit schon ziemlich früh auf. Irgendwie waren sie viel zu aufgewühlt gewesen, um noch mal ein Auge zu zumachen. Also entschlossen sie sich dazu den Ausritt vom Vortag zu wiederholen. Jared hatte diesmal allerdings keine Zeit mitzukommen, da er noch eine Gruppe Anfänger unterrichten musste. Diesmal wollten Ashley und Vanessa aber an den malerischen Strand von Bristol. Die Vögel zwitscherten und die Wellen rauschten im Licht der aufgehenden Sonne. So früh am Morgen war hier kaum eine Menschenseele vorzufinden. Genau das liebten die beiden Freundinnen. Ruhe, ja, danach hatten sie sich seit Wochen gesehnt. Endlich einmal den Alltagstrott hinter sich zu lassen und einfach nur die unberührte Natur zu genießen.
Teil 4:
Als sie vollgetankt mit frischer Energie zurück auf das Anwesen geritten kamen sahen sie schon von weitem einen Menschenauflauf vor den Ställen. "Was ist denn da los?" wollte Ashley von ihrer Freundin wissen, doch diese zuckte nur mit den Schultern, da sie selbst nicht wusste was hier vor sich ging.
Nessa gab ihrem Pferd daraufhin den Befehl etwas schneller zu trappen und Ash tat es ihr gleich. Nach kurzer Zeit kamen sie bei den Ställen an, wo Jared sofort die Zügel der Pferde nahm, damit die Damen absteigen konnten, dann brachte er die Pferde weg.
"Ach Jared, was ist denn hier los?" hielt Nessa ihn auf, bevor er außer Hörweite war.
"Die neuen Pferde sind endlich da, Mrs. Sutherland." Erklärter er Nessa knapp angebunden und wollte gerade weiter gehen. "Sollten die nicht schon gestern gebracht werden?" "Ja, aber leider gab es auf der Anreise wohl einige Probleme, es handelt sich um äußerst temperamentvolle junge Pferde." Gab Jared erneut zur Antwort, bevor er dann endgültig mit den Pferden verschwand.
„Na da bin ich ja mal gespannt.“ Warf Nessa ihrer Freundin einen aufgeregten Blick zu. Dann rafften die Beiden ihre Kleider und gingen auf die Ansammlung von Menschen zu.
„Wow!“ war alles was Ash noch herausbrachte als sie die zwei jungen und rabenschwarzen Araber zu Gesicht bekam. Nessa versuchte auch einen Blick zu erhaschen und warf ihren Kopf hin und her. Nach einiger Zeit schaffte sie es endlich zwischen den Menschenmassen hindurch eines der Pferde zu Gesicht zu bekommen, da es sich auf die Hinterbeine gestellt hatte und mit den Forderhufen wild umherschlug.
„Wow!“ Tat es Nessa nun auch Ash gleich, denn auch sie brachte kein anderes Wort mehr heraus.. Noch nie hatte sie ein schöneres Wesen gesehen.
„Verschwindet! Ihr macht die armen Tiere ganz nervös!“ schrie plötzlich jemand inmitten der Gruppe und tatsächlich löste sich daraufhin die Ansammlung und die Angestellten des Hofes machten sich wieder an ihre Arbeit, nur ein paar vereinzelte blieben stehen, anscheinend waren sie für die Unterbringung der Pferde zuständig. Endlich sahen die zwei Frauen die Araber in voller Schönheit, lediglich ein Mann stand noch zwischen den beiden Tieren und versuchte sie durch leises zureden und sanftes streicheln zu beruhigen. „Das sind wunderschöne Tiere.“ Brach Nessa plötzlich das Schweigen. Ash nickte nur und starrte weiter vor sich hin. „Und sehr temperamentvoll.“ gab der Mann von sich, der sich eben noch um die Pferde gekümmert hatte. Zum ersten mal bemerkte Nessa ihn richtig, sie war bis jetzt so fasziniert von den Tieren, dass sie ihn gar nicht wirklich wahr genommen hatte. Nessa warf ihm einen verwunderten Blick zu, sie hatte ihn noch nie hier gesehen und eigentlich kannte sie alle Angestellten.
„Oh, wo bleiben nur meine Manieren.“ Schüttelte der Junge Mann den Kopf, rieb sich kurz seine Hand an seiner Hose ab, ging dann auf Nessa und Ashley zu und sagte „Ich bin Zachery Efron. Ich bin ab heute hier für diese zwei Pferde zuständig.“ Nessa reichte ihm ihre Hand, machte einen leichten Knicks, während er ihr einen sanften Kuss auf ihren Handrücken hauchte, sie dabei jedoch nicht aus den Augen lies. „Ich bin Vanessa Sutherland und dass hier ist Ashley Tisdale.“ Stellte Nessa sich und Ash vor, die immer noch mit starren beschäftigt war. Durch einen leichten Stoß in ihre Seite, durch Nessa, schreckte sie aus ihren Gedanken hoch und bemerkte Zac, der bereits ihre Hand ergriffen hatte. Schnell machte sie einen Knicks und sagte „Ich bin Ashley Tisdale.“
„Ich weiß.“ Lächelte Zac zurück und Nessa schüttelte nur grinsend den Kopf während Ash verwirrt drein blickte.
„Was?“ flüsterte Ash, immer noch verwirrt, Nessa zu, während die Beiden an Zac vorbei in das Innere des Hauses gingen. „Nichts, nichts.“ Lachte Nessa und warf noch einmal einen Blick zurück, bevor sie durch die Tür schritt.
„Ich kann mich an den Pferden auch gar nicht satt sehen.“ Stellte Ash fest als ihr der Blick von Nessa auffiel. „Hmm? Ah ja, genau.“ Gab Nessa schnell zurück, denn wegen den Pferden hatte sie sich nicht noch einmal umgedreht.
Teil 5:
„Na, habt ihr die neuen Pferde schon bewundert?“ fragte Mr. Hudgens, als er die beiden Mädchen im Wohnzimmer sitzen sah, während sie gerade ein Tasse Tee mit Vanessa’s Mutter tranken. „Ja, wir haben gerade darüber geredet, Papa. Sie sind wunderschön. Was hast du eigentlich mit ihnen vor?“ „Ich möchte sie gerne fertig ausbilden und an großen Rennen teilnehmen lassen. Wenn sie dann erfolgreich sind, verkaufe ich sie weiter.“ „Aber Mr. Hudgens, wachsen ihnen die Pferde nicht zu sehr ans Herz, dass sie diese so einfach wieder weggeben können?“ – klingte sich jetzt auch Ash in das Vater-Tochter-Gespräch ein. „Das ist das Geschäft, Ashley. Nur so können wir von dem Reitstall und dem Gestüt leben. Wir müssen Pferde unausgebildet kaufen, um sie dann um einiges teurer wieder weiterzugeben. Auch wenn es manchmal schwer fällt, es geht nicht anders. Manche Tiere behalten wir allerdings auch, damit wir mit ihnen erfolgreich weiterzüchten können.“ „Wirst du die beiden Araber selber ausbilden, Papa?“ „Nein, Vanessa. Das macht Jared. Außerdem haben wir Mr. Efron eingestellt, der sich um die Tiere kümmern wird. Er hat vorher auf dem Hof gearbeitet, wo die beiden geboren wurden. Er kennt sie in und auswendig, denn sie lassen nicht jeden an sich heran.“ „Das sind schlaue Tiere…“ – entgegnete Vanessa, während sie mit Ashley wieder den Raum verließ und nach oben in ihr Zimmer ging. „Ihr könnt gerne zusehen.“ –rief Ihnen Mr. Hudgens noch hinterher, bevor die Zimmertür schließlich ins Schloss fiel.
Am nächsten Morgen wurden die beiden Freundinnen von einem schrillen Klappern geweckt. Sie schreckten nach oben und schauten sich nichts ahnenden Blickes an. Was war das denn gewesen? Vanessa zog sich schnell ihre Kleider an und lief dann die Treppe nach unten. In der Küche sah sie schließlich das Dilemma. Auf dem Boden waren verschiedene Backbleche verteilt, auf denen noch vereinzelte Kuchenteilchen hingen. Die restlichen Gepäcke lagen entweder auch auf dem Boden oder waren bereits im Mülleimer gelandet. „Was ist denn hier passiert, Mama?“ fragte Vanessa, während sie ihrer Mutter half, die Unordnung zu beseitigen. „Ach, Liebes. Mir sind die Bleche runter gefallen, weil sie noch so heiß waren. Jetzt sieh dir doch mal dieses Chaos an. Ich kann wieder ganz von vorne beginnen.“ „Mach dir nichts draus. Ein paar sind ja noch ganz geblieben.“ „Du hast Recht…ach übrigens, im Esszimmer steht für dich und Ashley Frühstück bereit. Dein Vater ist schon nach draußen gegangen, weil heute die erste Trainingsstunde mit den neuen Pferden ist.“ „Echt?? Oh, da will ich auch zusehen.“
Als Ashley schließlich nach unten kam und auch Vanessa sich in der Zwischenzeit zurecht gemacht hatte, frühstückten die beiden Freundinnen rasch. Das Dienstmädchen räumte daraufhin noch den Tisch leer, während die beiden raus auf den Hof gingen, wo bereits reges Treiben herrschte. Sie liefen zu den Stallungen hinüber und hielten Ausschau nach Mr. Hudgens. Als sie an der Sattelkammer vorbei liefen hörten sie seine Stimme. Er schien Jared letzte Anweisungen zu geben, wie er mit der Ausbildung beginnen sollte. „Guten Morgen Papa. Jared…“ Vanessa und Ashley nickten beiden Männern höflich zu, als sie schließlich mit ihnen zu einem der Außenreitplätze liefen. Von weitem sahen sie schon einen Mann, der einen der schwarzen Araber am Zügel hielt. Es war Zachary. Die vier gingen auf ihn zu und er begrüßte alle in der Runde. „Wir werden ihn zunächst longieren. Dann sehen wir, wie er sich macht. Mit dem einreiten warten wir am besten noch ein paar Tage, schließlich müssen sich die beiden Neuankömmlinge hier erst einmal eingewöhnen.“ „Ist gut, Sir.“ entgegnete Jared, woraufhin er die Zügel von Zac übernahm, doch der schwarze Hengst war davon ganz und gar nicht angetan. Er stellte sich auf seine Hinterbeine und schlug wieder wie wild mit seinen Hufen um sich. Ashley und Vanessa gingen erschrocken ein paar Schritte nach hinten und setzten sich schließlich auf die Bank, die neben dem Platz stand. Mr. Hudgens gesellte sich ebenfalls zu ihnen, während Zac versuchte, das Pferd zu beruhigen. „Sch…ist ja gut Black.“ Er streichelte ihn zart am Hals, bis dieser sich wieder ein wenig beruhigt hatte, auch wenn seine Nüstern noch vor Aufregung bebten. Nun versuchte Jared erneut sein Glück und es schien zu funktionieren. Der Hengst setzte sich zaghaft in Bewegung. Zac schaute dem Treiben noch für einen kurzen Moment zu, ehe er sich schließlich auch einige Meter distanzierte. „Gut gemacht Mr. Efron.“ erwiderte Vanessa’s Vater, als er den Pfleger zu sich bat. „Danke, Sir. Er ist noch ein wenig nervös, wegen der anstrengenden Fahrt gestern und der neuen Umgebung.“ „Sie machen das schon, da bin ich mir sicher.“ Vanessa merkte, wie sich im Gesicht von Zac ein leichtes Lächeln andeutete. Schnell wandte sie ihren Blick wieder von ihm ab als sich Mr. Hudgens von ihr und Ashley verabschiedete. Er hatte im Nachbarort noch einen dringenden Geschäftstermin. Die Damen blieben derweil noch sitzen und schauten dem Training weiter gespannt zu. Nach gut einer halben Stunde parierte Jared schließlich das Pferd zum Schritt durch und ließ es noch einige Runden verschnaufen. „Soll ich den anderen holen, Jared?“ „Ja, mach das Zachary. Ich warte hier so lange.“ Zac nahm wieder die Zügel in die Hand und führte das Pferd zurück zu den Stallungen. Vanessa überlegte kurz, ob sie ihm folgen sollte oder nicht. Schlussendlich entschied sie sich dafür. „Darf ich sie begleiten, Mr. Efron?“ fragte sie ihn vorsichtshalber, nicht das es wegen der Pferde für sie zu gefährlich war. „Gerne.“ Und schon wieder zauberte sich ein Lachen in sein Gesicht, dem Vanessa nicht widerstehen konnte. Sie gab ihrer Freundin noch schnell Bescheid, als sie auch schon neben Zac und dem Pferd herlief. „Sie können gut mit Pferden umgehen.“ „Danke. Ich kann mir auch nichts Schöneres vorstellen, als mit ihnen den Tag zu verbringen. Pferde sind mir quasi in die Wiege gelegt worden. Seit ich denken kann, habe ich mit ihnen zu tun.“ „Mir geht es ähnlich. Meine Eltern hatten schon den Hof, als ich auf die Welt kam. Ich konnte dann natürlich eher reiten, wie laufen.“ „Das kann ich mir vorstellen. Reiten sie heute immer noch?“ „Ja, hin und wieder. Ich würde das gerne öfter tun, aber da ich nicht mehr bei meinen Eltern wohne, bietet sich bei mir nicht mehr allzu oft die Möglichkeit dazu.“ Nach einer kurzen Pause fuhr sie fort. „Wollen wir uns eigentlich nicht „duzen“? Das ist doch viel persönlicher. Ich bin Vanessa.“ „Gerne. Nenn mich doch einfach Zac.“ sie lächelten einander kurz an, ehe sie Black in seine Box brachten. Zac nahm ihm noch die Trense vom Kopf und schloss die Tür wieder hinter sich. Anschließend ging er, mit Vanessa im Schlepptau, zur Box nebenan. „Wie heißt dieses Pferd?“ fragte sie neugierig, während sie ihm dabei zusah, wie er die Box aufmachte und das Tier sanft an der Kruppe streichelte. „Das ist Kupido. Er ist noch ein bisschen sensibler wie Black.“ „Das ist ein schönes Tier. Seine Augen zeigen schon, wie viel Feuer in ihm steckt.“ „Ja, dein Vater hält sehr viel von ihm. Willst du ihn mal streicheln?“ Vanessa war anfangs etwas zögerlich, ging dann aber doch auf den Vierbeiner zu. Zac nahm sachte ihre Hand und führte sie gefühlvoll am Hals des Pferdes entlang. Kupido drehte sich nach hinten und schnaubte dann zufrieden aus. Ihm schien die Streicheleinheit zu gefallen. Auch Vanessa war sichtlich zufrieden mit der momentanen Situation. Zac’s Hände waren so warm und so zart. Ihr lief urplötzlich ein kalter Schauer den Rücken entlang. Sie wusste nicht wieso, aber irgendwie fühlte sie sich gerade so geborgen, wie schon lange nicht mehr.
Teil 6:
Schnell zog sie ihre Hand weg und drehte sich mit rot gefärbten Wangen zur Seite. Zac sah sie verwirrt an, beließ es aber dann dabei und sagte nichts. "Wolln.. wolln wir nicht zurück, Jared wartet sicher schon ungeduldig." "Sicher." Gab Zac nur knapp zur Antwort und machte Kupido fertig.
"Sie habens gut." Gab Ash plötzlich träumerisch von sich, während sie zusammen mit Jared gespannt auf das nächste Pferd wartete. "Was? Ich habs gut? Warum dass denn?" wollte er etwas verwirrt über diese Äußerung wissen. "Naja, sie sind den ganzen Tag von Pferden umgeben. Das muss wunderbar sein. Ich würde gerne mit ihnen tauschen." "Bei allem Respekt, aber ich glaube nicht dass sie es dann noch so toll finden würden." Nun lag es an Ash ihn verwirrt anzublicken. "Bereitet es ihnen keine Freude mit den Tieren zu arbeiten?" "Doch, verstehen sie mich nicht falsch, ich liebe Pferde. Aber es ist doch etwas anderes wenn es der Job ist und nicht das private Vergnügen." "Da haben sie sicherlich recht, dass habe ich gar nicht bedacht. Entschuldigen sie meine Naivität." Erwiderte Ash und schämte sich beinahe für ihre törichte Äußerung, Jared musste sie für ein kleines, unreifes, verwöhntes Gör halten, dass keine Ahnung vom wahren Leben hatte. Klar waren die Umstände in die sie hinein geboren wurde überaus komfortabel und es fehlte ihr an nichts. Nie hatte sie für etwas arbeiten müssen, dass hatten immer die anderen erledigt.
"Sie brauchen sich nicht entschuldigen." Riss Jared Ashley aus ihren Gedanken. "Eigentlich haben sie ja recht. Ich habe sicherlich den besten Job den man sich vorstellen kann." Er zwinkerte ihr zu und lächelte dabei. Sein Lächeln war so ansteckend, dass Ash sich das Ihrige nicht verkneifen konnte, selbst wenn sie gewollt hätte.
"Hey ihr zwei. Ich hoffe ihr habt euch nicht gelangweilt während unserer Abwesenheit." Scherzte Nessa als sie mit Zac und Kupido zurück auf den Platz kam.
"Überhaupt nicht, ganz im Gegenteil." Gab Jared immer noch lächelnd zur Antwort woraufhin sich Ashleys Wangen rosa färbten. Nessa nahm es erstaunt zur Kenntnis und machte sich innerlich eine Notiz, Ash später darauf anzusprechen, sobald sie wieder unter vier Augen waren.
„Guten Abend die Damen.“ Begrüßte Nessas Vater Ash und seine Tochter, sowie seine Frau, die bereits am gedeckten Tisch saßen und auf den Hausherren warteten.
Kaum hatte er Platz genommen wurde auch schon das Abendessen aufgetragen. „Hattet ihr einen schönen Tag?“ Erkundigte Mr. Hudgens sich während des Essens bei seiner Tochter. „Ja, ein wunderbarer Tag. Wir haben dem Ersten Training der Araber beigewohnt. Es sind zwei so faszinierende Pferde. Die schönsten die wir je hatten.“ Schwärmte Nessa von den Tieren. „Da hast du wohl recht. Ich werde einen der Beiden auch als Zuchthengst behalten.“ Erklärte Nessas Vater und fügte dann hinzu „Ich habe heute übrigens mit deiner Mutter über eure Rückreise nach London in 3 Tagen gesprochen. Wir sind der Meinung, dass wir einen Ball veranstalten sollten. Wer weiß wann du oder ihr wieder kommt. Was haltet ihr davon?“ Nessa und Ash sahen sich kurz an, ohne etwas sagen zu müssen, verstanden sie sofort, dass der andere zwar nicht gerade sonderlich große Lust darauf hatte, dass es jedoch angebracht wäre.
„Das ist eine gute Idee, Mr. und Mrs. Hudgens.“ Sagte Ash und lächelte die Beiden an, während Nessa ebenfalls lächelnd nickte.
„Das freut mich. Ich werde mich morgen gleich darum kümmern. Habt ihr irgendwelche Wünsche?“ „Hmm..“ überlegte Nessa. „Es wäre sicherlich nett, wenn Jared und Zachery auch eingeladen werden würden. Sie haben sich in den letzten Tagen so nett um uns gekümmert.“ „Das ist eine wunderbare Idee.“ Stimmte Vanessas Mutter ihrer Tochter zu, dann wanden sich alle wieder dem Essen zu.
Am nächsten Morgen war Nessas Mutter bereits damit beschäftigt alles für den Ball zu planen. Sie lief zusammen mit den Angestellten durch das Haus, die verschiedene Blumen und Stoffbänder in den Händen trugen und sich immer wieder Notizen machten, während Mrs. Hudgens mit strahlendem Gesicht Anweisungen gab. Sie liebte es Feste zu organisieren. Nach einer Stunde stand dann endlich das Motto, "Ein Sommernachtstraum", sowie die gesamte Deko fest. Die Angestellten machten sich sofort auf den Weg in die Stadt um die benötigten Utensilien zu besorgen.
Nun galt es das Menü zu planen, also setzte Mrs. Hudgens sich mit der Köchin zusammen in die Küche und sie besprachen was wohl am Besten zu dem Thema passen würde. Nach einer weiteren halben Stunde war auch dieses Thema abgehakt.
Mit einer Tasse Tee setzte sie sich glücklich und zufrieden in die Bibliothek und machte sich daran eine Gästeliste zu erstellen. Zu oberst schrieb sie "Mr. Jared Murillo, Mr. Zachery Efron" und lies viele Namen von Verwandten und Freunden der Familie folgen. Als sie auch damit fertig war wies sie Edward, den Buttler des Hauses, an, die Kutsche bereit stellen zu lassen, da sie in die Stadt wollte um die Einladungen drucken und gleich verschicken zu lassen.
"Wollt ihr vielleicht mit in die Stadt? Es haben ein paar neue Geschäfte eröffnet, seit ihr das letzte mal dort wart." Erkundigte Mrs. Hudgens sich vor ihrer Abfahrt noch bei ihrer Tochter und Ashley, die mal wieder damit beschäftigt waren den Arabern beim Training zuzusehen. "Gerne." Gaben die zwei wie aus einem Munde zur Antwort. Sie liebten es durch die Geschäfte zu schlendern und sich die neuste Mode anzusehen und wenn möglich sie auch zu kaufen. 10 Minuten später saßen die drei Damen voller Vorfreude in der Kutsche auf dem Weg in die Stadt. Es war ein herrlich warmer Tag, wie gemacht zum einkaufen.
"Also ich muss in diese Richtung. Treffen wir uns doch in einer Stunde wieder hier." "Nur eine Stunde?" Fragte Vanessa etwas traurig und zog einen Schmollmund. "Ja, heute nur eine Stunde. Ich hab noch einiges zu tun." Blieb ihre Mutter hart, auch wenn es ihr schwer fiel ihrer Tochter auch nur einen Wunsch abzuschlagen.
Schnellen Fußes machten die zwei sich auf den Weg zu ihrem Lieblingsgeschäft, der Schuhboutique von Madam Lorioutt. Sie hatten ja schließlich nicht viel Zeit. Auf dem Weg dorthin kamen sie tatsächlich an vielen, ihnen unbekannten, Geschäften vorbei und nahmen sich fest vor überall einmal reinzuschauen.
"Ich bin im Paradies!" Grinste Ashley breit als sie die Schwelle der Boutique überschritten hatten und die ganzen Schuhe erblickte. "Oh ja." Stimmte Nessa ihr ebenfalls mit einem breiten Lächeln zu. Nach einer viertel Stunde kamen die beiden mit jeweils zwei neuen Paaren Schuhe wieder nach draußen, sie hatten sich zwingen müssen, das Geschäft zu verlassen, aber wie gesagt, die Zeit war knapp.
Als sie auch 3 weitere Geschäfte hinter sich gelassen hatten und ihre Ansammlung von Tüten immer größer geworden war, mussten sie sich beeilen, da die Stunde bereits vorbei war. Also gingen sie so schnell sie konnten durch die Gassen, rennen durften sie nicht, dass tat eine echte Dame einfach nicht. Mit wallenden Kleidern bogen sie um die letzte Hausecke, bevor sie an ihr Ziel kommen würden. Doch plötzlich machte es "rumps" und die Zwei lagen von ihren Tüten umgeben auf dem Boden, da sie mit jemanden zusammengestoßen waren, der es offensichtlich auch äußerst eilig hatte.
"Oh mein Gott, dass tut mir so unendlich Leid. Ich hoffe den Damen ist nichts passiert." Entschuldigte sich der Rempler, half den beiden wieder zurück auf die Beine und sammelte dann schnell die ganzen Tüten ein. Nessa und Ash richteten ihre Hüte und klopften sich dann den Staub von den Kleidern, bevor sie zum ersten mal aufblickten und erkannten wer sie da so forsch überrannt hatte.
"Was sie!? Ähm.. du!" stellte Nessa überrascht fest und ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. "Ich hab dich gar nicht erkannt, du siehst so anders aus." Fügte sie etwas verlegen hinzu. "Ja, was so ein Anzug doch aus einem einfachen Mann alles machen kann." Grinste der junge Mann ebenfalls etwas verlegen zurück und reichte den Damen ihre Taschen. "Wenn mich die Ladys jetzt entschuldigen würden, ich habe leider noch etwas Dringendes zu erledigen." Erklärte er anschließend, gab Ashley und Nessa einen Handkuss, wobei er bei Nessa etwas länger verweilte, es waren zwar nur Millisekunden, aber es war doch länger. Dann ging er an den beiden vorbei und verschwand hinter einem Haus. Nessa sah ihm kurz hinterher. "Kommst du?" riss Ash ihre Freundin aus den Gedanken. "Ja." Gab sie schnell zur Antwort und setzte sich dann ebenfalls in Bewegung. "Sag mal, bilde ich mir dass nur ein oder hat Zachery ein Auge auf dich geworfen?" stellte Ash fragend fest. "So ein quatsch. Schließlich bin ich verheiratet." Tat Nessa Ashleys Vermutung etwas zu abwertend ab und stieg dann zu ihrer Mutter in die Kutsche. Ash zuckte nur mit den Schultern und tat es dann ihrer Freundin gleich.
Teil 7:
Die restlichen beiden Tage verbrachten Ash und Nessa damit, bei den Vorbereitungen für die Feier mitzuhelfen oder sie wohnten, wie eigentlich jeden Tag, beim Training der beiden Araber bei.
Schließlich brach der letzte Tag auf dem Gestüt von Vanessa’s Eltern heran. Die Sonne ließ einige warme Strahlen in das Zimmer der beiden Mädchen eindringen, so dass diese sanft aus ihren Träumen gerissen wurden. „Was für ein schöner Tag. Eigentlich ist es total schade, dass wir morgen wieder abreisen.“ „Da hast du recht Ash. Ich hatte mich schon wieder an zu Hause gewöhnt.“ „Ich bin mal gespannt, wie die Feier heute Abend wird.“ entgegnete Ashley mit einem leichten grinsen im Gesicht. „Ach, das wird nichts Besonderes. Du weißt doch, wie das ist. Alle wollen mit dir reden und ihre Meinung dazu abgeben, wie du dein Leben gestalten solltest. Ich kann es schon langsam nicht mehr hören.“ „Jetzt sei doch nicht immer so pessimistisch Nessa. Es kommen auch viele Freunde, die in unserem Alter sind.“ Nachdem die beiden noch ausgiebig über den bevorstehenden Abend diskutiert hatten, entschieden sie sich langsam einmal dafür, das Bett zu verlassen. Sie liefen nach unten und begrüßten Mrs. Hudgens, die mit Edward noch mit der Dekoration des gesamten Hauses beschäftigt war. „Guten Morgen, Mama. Das sieht ja schon toll aus.“ „Danke. Es kostet auch eine Menge Zeit. Frühstückt ihr beiden aber bitte mal, schließlich müsst ihr euch von Emelie noch fertig herrichten lassen.“ „Ja, Mama. Wir haben noch ausreichend Zeit. Wann kommen denn die ersten Gäste?“ „Ich habe in die Einladungen 7 Uhr geschrieben. Es hat übrigens niemand abgesagt.“ In den Gesichtern von Ash und Nessa konnte man sehen, dass das die bis jetzt beste Nachricht des heutigen Tages war.
Den Nachmittag verbrachten die beiden damit, im Wald ein bisschen spazieren zu gehen und die Seele baumeln zu lassen. Als sie angeregt am erzählen waren, hörten sie plötzlich von Weitem Pferdegetrappel, als auch schon Jared mit einem der Schulpferde um die Ecke gebogen kam. Er parierte sein Pferd durch und stieg ab. „Oh, was für eine angenehme Überraschung. Was machen die Damen denn so ganz alleine im Wald?“ „Wir wollten noch ein bisschen die Ruhe genießen, bevor es heute abend wieder so hektisch wird. Sie kommen doch auch, oder?“ beendete Ash den Satz und sah ihrem Gegenüber freudestrahlend in die Augen. „Sehr gerne. Bei so netten Gastgebern kann man doch nicht „Nein“ sagen. Sie entschuldigen mich. Ich muss noch ein paar andere Pferde trainieren.“ „Sehr wohl. Bis heute abend dann.“ Ashley verabschiedete sich von Jared und wandte sich dann wieder Nessa zu, die das Gespräch im Hintergrund stillschweigend mitverfolgt hatte. „So so, Zachary soll ein Auge auf mich geworfen haben und was ist mit dir und Jared?“ „Ach da hast du dich in was verrannt. Wir sind nur höflich zu einander, außerdem heirate ich bald.“ „Höflich nennst du das?“ Nessa wusste genau, das sie nicht weiter nachbohren brauchte, da das Funkeln in den Augen ihrer Freundin mehr als eindeutig war.
Als sie wieder zu Hause angekommen waren, wartete bereits Emilie auf die beiden und machte sich ans Werk, sie für den feierlichen Abend dementsprechend herzurichten. Ashley wurden die Haare aufwendig hochgesteckt und ihr Kleid bestand aus feiner dunkelgrüner Seide, während Nessa in ein purpurrotes Korsett mit einem üppig verzierten Rock gezwängt wurde. Ihre Haare wurden zu einzelnen Locken aufgedreht und dann ebenfalls zu einer Hochsteckfrisur nach oben gebunden. Als die beiden schließlich in das Kaminzimmer eintraten, wo Mr. Und Mrs. Hudgens genüsslich einen Tee genossen, wurden sie mit fassungslosen Augen angeschaut. „Ihr seht wundervoll aus. Schade dass euch Christopher und Philip nicht sehen können. Sie währen mehr als entzückt.“ erwiderte Nessa’s Vater, während er die Mädchen immer noch von oben bis unten musterte.
Schließlich war es kurz vor 7 Uhr, als auch schon die ersten Gäste das Haus betraten. Jeder wurde freundlich in Empfang genommen und bekam ein Glas Wein in die Hand. Anschließend verteilten sich alle in den großzügigen Räumlichkeiten des Anwesens. Ash und Nessa sahen dem Treiben meist aus sicherer Entfernung zu, da ihnen für ein längeres Gespräch die Lust fehlte. Hin und wieder stießen sie allerdings mit den engsten Verwandten und Bekannten auf das vorerst letzte Beisammensein der Saison an. Es war mitlehrweile nach 10 Uhr, als die Haustür erneut läutete. Nessa stellte ihr Glas beiseite und öffnete die Tür. Vor ihr standen nun Jared und Zac, die sich in schwarze, matt schillernde Smokings geworfen hatten. Für einen kurzen Moment herrschte ungewohnte Stille, als Jared schließlich als erster das Wort ergriff. „Einen schönen guten Abend Mrs. Sutherland. Wenn ich erwähnen darf, sie sehen bezaubernd aus.“ „Dankeschön, sie aber auch.“ Er ergriff ihre Hand und gab ihr einen Kuss, ehe er sich schließlich zu den anderen Gästen gesellte und sich suchend im Raum umblickte. Derweil stand Zac immer noch vor Vanessa und schaute ihr gedankenverloren in die Augen. „Was ist? Sehe ich so schlimm aus?“ durchbrach Nessa das Schweigen mit einem freundlichen lächeln. „Im Gegenteil. Ich kann mich Jared nur anschließen. Du siehst äußerst bezaubernd aus.“ „Danke Zac, du hast dich aber auch ganz schön in Schale geschmissen. Komm doch rein.“ Bevor Nessa die Tür hinter sich schließen konnte, drückte ihr Zac im vorbeigehen einen zärtlichen Kuss auf die Wange, so dass diese sich unmittelbar rötlich färbte. Nessa musste leicht schmunzeln, während sie auf die Stelle des Kusses ihre Finger legte und ihm dann zaghaft folgte.
Teil 8:
"Was ist denn mit dir passiert?" fragte Ash ihre Freundin, die mit einem seeligen Grinsen auf dem Gesicht zurück in den Ballsaal kam. "Ach, nichts." Gab sie nur immer noch grinsend von sich und beobachtete die Leute im Saal. Um genauer zu sein beobachtete sie eine spezielle Person. Sie verfolgte ihn mit ihren Blicken durch den ganzen Raum und immer wieder warf auch er ihr einen Blick zu. Bis er schließlich auf sie zu kam. "Darf ich um diesen Tanz bitten?" fragte er, als er direkt vor ihr zum stehen kam. "Sehr gerne." gab Vanessa zur Antwort und ging dann zusammen mit Zac auf die Tanzfläche.
Ashley beobachtete mit einem Lächeln auf dem Gesicht die tanzenden Pärchen und wibbte ein bisschen im Takt der Musik hin und her, ohne es überhaupt zu merken. "Wolln wir es wagen?" riss Jared Ash aus ihren Beobachtungen, als er plötzlich neben ihr aufgetaucht war und deutete auf die Tanzfläche. "Gerne." gab Ash zur Antwort, als sie sich von ihrem Schreck erholt hatte und hakte sich bei Jared unter, der sie dann in die Mitte des Raumes führte.
"Sie tanzen ausgesprochen gut, Mr. Murillo." stellte Ash mit einem lächeln fest. "Das Kompliment kann ich nur zurück geben." und wieder warf er ihr eines seiner bezaubernden Lächeln zu. "Das hätten sie von einem einfachen Reitlehrer wohl nicht erwartet?" "So war das nicht gemeint." verteidigte Ash sich schnell, doch Jared grinste nur. Dann war das Lied auch schon wieder zu Ende. Die beiden lösten sich voneinander. Ash machte einen Knicks und Jared deutete eine Verbeugung an.
"Ich brauche ein wenig frische lust, hätten sie vielleicht Lust mich auf den Balkon zu begleiten?" wollte Ashley wissen und Jared nickte ihr zu, bevor er ihr wieder seinen Unterarm hinhielt, den sie dankend annahm.
Draußen angekommen atmete Ashley die frische Luft tief ein, zumindest so tief, wie es ihr Korsette ihr erlaubte. "Ist es nicht eine wunderschöne Nacht?" Stellte Ash fragend fest, als sie in den sternenklaren Himmel aufblickte. "Nicht halb so schön, wie sie." Gab Jared zurück und Ash glaubte sich verhört zu haben. Doch als sie seinen ernsten Blick sah, wusste sie dass dem nicht so war. Sofort färbten sich ihre Wangen wieder rot und sie hauchte ein leises "Dankeschön." bevor sie ihren Blick wieder den Sternen zuwand.
"Ich glaube es ist besser wenn wir uns wieder nach drinnen begeben, sie werden sicherlich schon vermisst, schließlich ist es ihre Party." durchbrach Jared schließlich nach einiger Zeit die Stille. Ashley nickte und ging dann zusammen mit ihrem Begleiter wieder nach innen, kurz bevor sie den Saal betraten, drückte Jared ihr einen Kuss auf die Wange. "Danke nochmal für den Tanz." sagte er daraufhin und ging dann etwas schneller zu den anderen Herrschaften im Saal. Ash blieb erschrocken stehen und fuhr mit ihrer Hand zu der Stelle auf der gerade noch Jareds Lippen ruhten.
`Was hab ich nur getan?` ging es Jared durch den Kopf während er den Raum durchquerte.
Doch er kam nicht lange dazu darüber nachzudenken, denn plötzlich riss ihn jemand ruckartig am Oberarm herum.
"Wie können sie es wagen!?" funkelte Ash Jared wütend an und war dabei nicht gerade leise. "Was!?" gab er nur verwirrt zur Antwort und zog sie dann am Handgelenk aus dem Saal, schließlich mussten nicht alle mitbekommen was die beiden zu bereden hatten.
"Sie wissen genau was ich meine und lassen sie mich los!" zischte Ash weiterhin zwischen ihren Zähnen hindurch und zog grob ihre Hand weg, als sie in der Bibliothek angekommen waren.
"Nein, ich weiß nicht was sie meinen. Warum regen sie sich so auf? Was hab ich ihnen denn getan?" Jared machte wirklich einen verwirrten Eindruck, also erklärte Ash ihm, was ihr Problem war. Mit strengem Ton fuhr sie also fort. Ihre Brust bebte vor Aufregung und ihr Gesicht war rot gefärbt.
"Was fällt ihnen ein, mich einfach so zu küssen! Sie wissen dass ich eine versprochene Frau bin." Jetzt ging Jared langsam ein Licht auf. "Ach der Kuss. Das war doch nichts. Nur ein Kuss unter Freunden." Versuchte er die Wogen zu glätten, obwohl es für ihn ganz und gar nicht "nur" ein freundschaftlicher Kuss war.
"Ein Kuss unter Freunden nennen sie dass also!? Ich weiß ja nicht in welchen Kreisen sie verkehren, aber HIER macht man so etwas nicht." Sie rümpfte ihre Nase und verschränkte arrogant die Arme vor ihrer Brust.
"Es tut mir leid, wenn es bei ihnen einen falschen Eindruck erweckt hat, dass war ganz und gar nicht meine Absicht." Entschuldigte Jared sich kleinlaut und drehte sich zum gehen um.
"Wo wolln sie hin!? Wir sind noch nicht fertig." Hielt Ashley den jetzt noch eingeschüchterter dreinblickenden Jared auf. "Was wollen sie denn noch von mir hören?" Jared ging wieder einen Schritt auf Ashley zu, deren Gesichtszüge etwas weicher wurden. `Ja was wollte sie eigentlich noch von ihm?` auf diese Frage wusste sie selbst keine Antwort.. "Ich.. Ähm.. also.. " sie sah sich nervös im Zimmer um und wich Jareds Blick konsequent aus, der ihr immer näher kam und näher und näher, bis er schließlich nur noch wenige Zentimeter von ihr entfernt zum stehen kam. Ash konnte beinahe seinen Atem spüren. Und seinen stechend leuchtenden Augen konnte sie auch nicht mehr ausweichen.
"Es wird nie wieder vorkommen, versprochen." Flüsterte Jared. Ash nickte kurz und versuchte ruhig zu atmen, was gar nicht so einfach war, denn ihr Herz raste wie verrückt und ihre Beine gaben auch nicht wirklich richtigen Halt. Sie sahen sich noch einen Moment tief in die Augen, dann drehte Jared sich wieder zur Tür, um zu gehen. Doch wieder hielt Ash ihn auf, sie packte ihn am Kragen, zog ihn nah an sich ran und drückte ihm einen Kuss auf. Jared wusste gar nicht wie es um ihn geschah, völlig hilflos wedelte er mit seinen Armen rum. Als Ash sich wieder von ihm löste, sich kurz über die Lippen wischte, ihr Kleid raffte "Noch einen schönen Abend Mr. Murillo." sagte und dann mit erhobenem Haupt an ihm vorbei raus aus der Bibliothek marschierte.
Zurück lies sie einen völlig verdattert dreinblickenden Jared, auf dessen Gesicht sich jedoch schnell ein Grinsen ausbreitete.
Teil 9:
„Was ist denn mit dir passiert Jared“ hörte er eine ihm bekannte Stimme hinter sich verlauten. Es war Zac, der nun auf ihn zu kam. „Wo kommst du denn her?“ wollte Jared wissen? „Ich muss mal kurz an die frische Luft und da die Bibliothek auf dem Weg zur Haustür liegt, ließ es sich nicht vermeiden, hier vorbeizukommen. Ich sah Ms. Tisdale fluchtartig den Raum verlassen und dann sah ich dich...“ sein Blick ließ Jared verraten, dass Zac sich denken konnte, das etwas passiert war. „Ach lass mich doch in Ruhe“ und mit einem mal verließ auch Jared die Bibliothek, ohne Zac auch nur noch eines Blickes zu würdigen. Dieser verließ nun das Haus und hing seinen Gedanken nach...
„Weißt du, wo Zachary ist, Ash?“ fragte Nessa ihre beste Freundin, als diese sich wieder der Gesellschaft im Wohnzimmer angeschlossen hatte. „Nein.“ „Ist irgendwas? Du wirkst so...so abwesend?“ „Nein, alles in Ordnung.“ und damit verschwand Ashley und lief die Treppe nach oben, da sie von Weitem Jared erblickte. Nessa lief auf diesen zu, da sie auch ihn fragen wollte, wo Zac war. „Der ist kurz nach draußen. Hat irgendwas von frischer Luft erzählt. Mehr kann ich ihnen leider auch nicht sagen Mrs. Sutherland.“ „Danke, Jared. Das hat mir schon weiter geholfen.“ Nessa stellte ihr Glas auf das antike Sideboard und entfernte sich so unauffällig wie möglich von den geladenen Gästen. Sie wollte nicht, dass es auffiel, dass sie nach Zac schauen wollte. Eigentlich konnte er ihr ja auch egal sein, aber sie wollte wissen, was los war, nachdem sie sich den ganzen Abend über so prächtig verstanden hatten. Sie unterhielten sich fast ausschließlich über Pferde und Nessa fühlte sich in seiner Gegenwart gut unterhalten. Immer wieder lachten sie über irgendwelche peinlichen Dinge, die Zac während seiner Ausbildung zum Pferdepfleger durchlebte hatte. Nessa musste vor lachen schon aufpassen, dass sich die Leute nicht nach ihnen umdrehten.
Auf dem großen gepflasterten Vorhof des Gestüts war alles totenstill. Man hörte nur das miauen einzelner Katzen oder das krächzen der Eulen, die im angrenzenden Wald aus ihrem Tagschlaf erwacht waren. Nessa begab sich in Richtung der Stallungen. Sie lief die schon fast unheimlich wirkende Stallgasse entlang. Nirgendwo brannte Licht und das wollte sie auch so beibehalten. Die Pferde sollten sich durch so späten Besuch schließlich nicht gestört fühlen. Diese kauten genüsslich an ihrem Heu oder lagen bereits im weichen Einstreu um zu schlafen. Als sie letztendlich am Ende der Boxen angelangt war, hörte sie jemanden ihren Namen leise flüstern. Sie drehte sich erschrocken um und sah den Umriss einer Person, die auf einer Heurolle zu sitzen schien. „Zac. Was machst du denn hier? Ich habe dich schon gesucht.“ Zac gab auf diese Frage keine Antwort, sondern senkte seinen Kopf wortlos nach unten. Nessa lief einige Schritte auf ihn zu und setzte sich schließlich neben ihn. „Gefällt dir der Abend etwa nicht?“ „Doch, doch, der Abend ist wunderschön.“ erwiderte er schließlich. „Was ist es dann?“ „Das kann ich dir nicht sagen, Vanessa. Tut mir Leid.“ „Hat es etwas mit mir zu tun? Bin ich dir zu lästig?“ einen anderen Grund konnte sich Nessa einfach nicht vorstellen. „Nein, nein. Ganz im Gegenteil. Weißt du, ich dürfte dir das eigentlich gar nicht sagen, aber es brennt mir schon die ganze Zeit auf der Seele. Im Grunde genommen seit ich dich das erste Mal gesehen habe.“ „Ich versteh nicht ganz Zac?“ Sie legte ihre Hand an seine Wange und drehte ihn sanft zu sich herum, so dass sie im schwachen Mondschein sein Gesicht einigermaßen erkennen konnte. „Ich habe mich glaube ich in dich verliebt, Vanessa.“ damit sprang Zac auf und rannte einige Schritte hinaus in die Dunkelheit. „Zac, bitte lauf nicht weg.“ platzte es aus Nessa heraus, woraufhin die dunkle Gestalt vor ihr abrupt stehen blieb. Sie näherte sich ihm langsam, bis sie Zac schließlich direkt gegenüberstand. Ihr Herz pochte so stark, dass sie dachte, sie würde jeden Moment in Ohnmacht fallen, als sie ihren Mund langsam zu Seinigem führte. Sein Atem war so ungleichmäßig und er rang immer mehr nach Luft. Nessa spürte nun sachte seine zarten Lippen, als sie ihre Hände vorsichtig um seinen Hals legte.
„Vanessa, was machst du denn da?“ hörte sie plötzlich Ashley hinter sich aufschreien. Erschrocken drehte sie sich um und blickte ihrer Freundin ängstlich ins Gesicht. Was hatte sie da gerade getan? Sie war eine verheiratete Frau und er nur ein Stallbursche. Ihr Eltern würden sie verachten, wenn sie von dem Kuss erfahren würden und was würde ihre beste Freundin nur von ihr denken oder gar die übrige Gesellschaft? Daran wollte sie gar nicht erst denken. Mit der Situation völlig überfordert rannte Nessa plötzlich die Stallgasse wieder nach unten, an Ashley vorbei und verschwand wieder in der Nacht. Zurück blieben Zac und Ashley, die sich stillschweigend anstarrten.
Teil 10:
Ashley öffnete den Mund um etwas zu sagen, doch sie schloss ihn sofort wieder, schüttelte den Kopf, warf Zac noch einen verständnislosen Blick zu und verschwand dann ebenfalls zurück ins Haus.
Zurück blieb Zac, ganz alleine und verwirrt. Sein Kopf drohte zu explodieren, so viele verschiedene Gedanken kamen ihm in den Sinn. Hieß dass jetzt etwa, dass Vanessa auch etwas für ihn empfand? Dass sie ihn möglicherweise auch liebte, wo er doch nur ein gewöhnlicher Stallbursche war? Er schüttelte den Kopf um diese ganzen verwirrenden Fragen aus seinen Gedanken zu vertreiben, aber es klappte nicht. Also schnappte er sich eines der Pferde, sattelte es und ritt hinaus auf die große angrenzende Weide. Dass ihm das eigentlich nicht gestattet war und dass er seinen guten Anzug trug, den er dadurch vermutlich ruinieren wird, war ihm egal.
Währenddessen lief Ashley am Ballsaal vorbei, sie ignorierte alle Blicke, die auf sie gerichtet waren und vorallem ignorierte sie den von Jared. Schnell erklomm sie die Stufen, die nach oben zu ihrem und Nessas Schlafgemach führten. Im Zimmer fand sie allerdings niemanden vor, also machte sie sich wieder auf den Weg nach unten. "Haben sie zufällig Vanessa gesehen?" fragte Ashley Mrs. Hudgens und sah sich hektisch im Saal um. Doch Nessas Mutter schüttelte nur verneinend den Kopf und noch bevor sie etwas erwidern konnte lief Ash auch schon wieder nach draußen. Irgendwo musste sie doch sein. Sie sah sich verwirrt in alle Richtungen um. Wo sollte sie nur anfangen zu suchen. "Ashley." holte sie plötzlich eine Stimme wieder zurück aus ihren Gedanken. Erschrocken fuhr sie herum und erblickte Jared, der gerade die Stufen nach unten zu ihr gelaufen kam.
"Ich kann jetzt nicht Jared." versuchte Ash ihn abzuwimmeln und sah sich wieder verzweifelt um. In der Dunkelheit war es allerdings schwer überhaupt irgendetwas zu erkennen. "Ashley. Bitte, ich muss mit dir reden." begann Jared erneut, als er hinter Ash zum stehen gekommen war. "Hat das nicht Zeit?" fragte sie ein wenig genervt. "Nein, Ashley, es hat keine Zeit, schließlich reist du-ihr morgen wieder ab." gab Jared geknickt zur Antwort, er wollte gar nicht daran denken. "Na gut, dann rede." gab sie geistesabwesend von sich, ohne ihn anzusehen und lief ein paar Schritte hin und her. Jared musterte sie verwirrt, irgendwie wurde er aus ihrem Verhalten nicht schlau. "Also, es geht um vorhin. Du weißt schon…" begann er rumzudrucksen. Ash gab nur ein "hmm..." von sich und lief dann um das Haus herum. Jared folgte ihr. Und wieder lief sie aufgeregt hin und her und versuchte etwas zu erkennen. "Also…" fuhr Jared sichtlich nervös fort und versuchte irgendwie die Aufmerksamkeit von Ash auf sich zu lenken. Was suchte sie überhaupt!?
"Ich- ich wollte gerne wissen, was das zu bedeuten hatte…" er fuhr sich nervös durch die Haare und sah zu Boden, was er eigentlich nicht hätte tun müssen, da Ash ihn eh nicht ansah. "Was? Was meinst du?" fragte Ash beiläufig, jedoch immer noch ohne ihn anzusehen. "Na, der Kuss." half er ihrem Gedächtnis auf die Sprünge. Wie konnte sie dass nur vergessen!? "Ach so, dass meinst du." Ok, sie erinnert sich, schon mal ein Anfang, dachte sich Jared und ging noch ein paar Schritte auf sie zu, bis er unmittelbar hinter ihr stand. "Und?" nahm Jared nach einiger Zeit des Schweigens wieder das Gespräch auf, wodurch Ash erschrocken herumfuhr. Sie hatte nicht erwartet, dass er so nah bei ihr stand.
"Hab ich dich erschreckt!? Tut mir leid, dass wollte ich nicht." entschuldigte sich der Reitlehrer kleinlaut. "Jared, tut mir leid. Ich kann jetzt nicht reden." erklärte Ash, während sie an Jared vorbei lief. Doch so einfach wollte er sie nicht gehen lassen. Schließlich wollte er eine Antwort auf seine Frage. Kurzentschlossen hielt er Ash am Handgelenk fest. Diese fuhr herum und blickte entgeistert zwischen ihrem Handgelenk und seinen Augen hin und her. "Was soll das Jared, ich hab für so etwas jetzt wirklich keine Zeit." Versuchte Ash sich los zu eisen. "Wann dann? Morgen bist du weg."
"Ach.. Ich-Ich weiß es nicht. Jetzt auf jedenfall nicht." Und endlich lies Jared sie los. Doch Ash blieb stehen, denn Jared sah in diesem Moment so verletzt aus, das sie einfach nicht gehen konnte.
"Was willst du denn von mir hören!?" gab sie schließlich von sich. Jared blickte auf und sah ihr direkt in die Augen, wieder durchflutete Ash dieses wunderbare, wohlige Gefühl. Doch sie versuchte sich nichts anmerken zu lassen.
"Was ich von dir hören will!?" fragte Jared nach und er hatte irgendwie einen seltsamen Tonfall dabei, doch Ash konnte es nicht einordnen, sie hatte ihn noch nie so reden hören. Also nickte sie nur. "Ich will einfach nur, dass du mir sagst, was das für dich zu bedeuten hatte. Denn für mich ist das alles mehr als nur Freundschaft. Mehr als nur harmloses herumgeflirte. Mehr als nur eine flüchtige Liebelei."
Ash wusste nicht was sie darauf sagen sollte. Auf so etwas war sie nicht vorbereitet. Sie versuchte seinem Blick auszuweichen, wie sie es schon so oft versucht hatte, da er sie jedesmal aus dem Konzept brachte.
"Ich bin verlobt." gab sie schließlich mit trauriger Stimme von sich, sah Jared kurz in die Augen, so dass er erkannte, dass sie Tränen darin hatte und ging dann an ihm vorbei um weiter nach Nessa zu suchen.
Er wollte irgendetwas sagen, irgendetwas tun, aber er konnte nicht. Schließlich hatte sie recht. Sie war versprochen und zwar an einen anderen.
Teil 11:
Ashley gab irgendwann auf, nach Nessa zu suchen. Es war mitlerweile ziemlich kühl und es fröstelte ihr, außerdem wusste sie auch gar nicht mehr, wo sie noch nach ihrer Freundin suchen sollte. Im Haus von Nessa’s Eltern angekommen, verabschiedete sie sich von Mr. und Mrs. Hudgens, die bereits begonnen hatten, das gröbste Chaos im Haus zu beseitigen. „Schlaf gut, Ashley“ entgegnete ihr die Mutter, während diese die letzten Gläser abtrocknete.
Im Zimmer der Mädchen war es stockdunkel. Ashley knipste das Licht an und sah, dass Nessa immer noch nicht hier war. Wo steckte sie bloß? So langsam wurden ihre Ängste um die beste Freundin immer größer, aber im anderen Teil wusste Ashley auch, dass Nessa vernünftig genug war, nichts Unüberlegtes zu tun. In ihre Gedanken vertieft, schlief Ashley schließlich ein.
Unterdessen saß Nessa einsam in der hintersten Ecke des Heubodens. Ihr Kleid war inzwischen über und über mit den grünen Halmen des getrockneten Grases bedeckt. Einige Male pieksten sie die Enden in den Arm oder an eine andere Stelle ihres Körpers, aber darauf reagierte sie nicht. Nessa saß stattdessen teilnahmslos da und starrte vor sich hin. Was hatte sie nur getan? Warum ließ sie sich so einfach von ihren Gefühlen leiten und konnte sich nicht beherrschen? Das war ihr noch nie passiert. Ihr, ja gerade IHR, die sonst immer so gut mit ihren Emotionen umgehen konnte. Aber sobald sie in die einzigartigen Augen von Zac schaute, war es um sie geschehen. Warum Zac? Warum ausgerechnet er, ein Stallbursche? Warum hatte sie nie solche Gefühle gehegt, wenn sie vor Christopher stand?
Je mehr Nessa über das eben Geschehene nachdachte, umso unsicherer wurde sie. Liebte sie ihren Mann eigentlich noch? Oder hatte sie tatsächlich ihr Herz an Zac verloren? Aber das konnte doch nicht möglich sein? Oder doch? Und wenn ja, wie sollte ihr Leben dann weitergehen? Sie konnte schlecht zu Christopher sagen: „Es ist aus zwischen uns.“ Nicht nur er wäre zutiefst getroffen, nein noch viel schlimmer, ihre eigenen Eltern. Ihr Vater würde sie verachten und ihre Mutter würde sich ihm anschließen, ganz einfach, weil es die Gesellschaft so verlangte. Eine Frau hatte ihrem Mann ohne wenn und aber Treue zu leisten. Betrug oder Verrat waren das schlimmste, was eine Frau hätte tun können.
Von ihren Gedanken geleitet, entschloss sich Nessa ins Bett zu gehen. Sie war so unendlich müde und auch wenn Ashley ihr Fragen stellen würde, die sie nicht hören wollte, musste sie zu ihrer Freundin zurückkehren. Morgen würden sie schließlich zusammen abreisen und dann würde auch Zac endgültig aus ihrem Leben treten und sie müsste sich nicht mehr den Kopf über ihn zerbrechen. Genau, das war die richtige Einstellung. Aus den Augen, aus dem Sinn!
Mit neuem Mut bewaffnet, schob Nessa schließlich leise die Tür zu ihrem Schlafgemach auf. Ashley brummte leise vor sich hin. Das war gut so, dann würde sie Nessa wenigstens in Ruhe lassen, doch gerade, als sie sich die Decke über den Kopf ziehen wollte, vernahm das dunkelhaarige Mädchen eine leise Stimme neben sich. „Nessa, wo warst du nur? Ich hab mir solche Sorgen um dich gemacht.“ „Entschuldigung, Ashley, aber ich wollte einfach nur alleine sein. Bitte versteh mich.“ flehte Nessa sie an, mit der Hoffnung, sie könnte sich endlich schlafen legen, doch dem war leider nicht so. „Ich kann dich aber nicht verstehen, Nessa. Du bist meine beste Freundin und ich habe dich gerade erwischt, wie du einen fremden Mann geküsst hast.“ platzte es aus Ashley heraus, die sich sofort den Mund zuhielt, da der Tonfall wohl etwas lauter war, als sie gewollt hatte. „Ich weiß es doch selber nicht, warum ich das getan habe. Aber hattest du nicht auch schon mal dieses Gefühl, einem Menschen so nahe sein zu wollen, obwohl du eigentlich wusstest, dass es die Todesstrafe für dich war?“ Ashley verstummte. Sie wusste nicht, was sie auf die Aussage ihrer Freundin antworten sollte. „Ashley?“ fragte Nessa noch mal nach. „Hattest du dieses Gefühl nicht auch schon mal?“ wiederholte sie schließlich ihre Frage, woraufhin Ashley nur ein zögerliches „Nein.“ von sich gab. „Bitte versprich mir, dass niemand davon erfährt, okay?“ erwiderte Nessa schließlich, nachdem einigen Minuten der Stille vergangen waren. „Weißt du, was du da von mir verlangst? Wenn herauskommt, dass ich auch davon wusste, dann brauche ich mich, genau wie du, nirgendwo mehr blicken zu lassen.“ „Bitte, Ash. Du bist meine beste Freundin und die Einzige, bei der ich Vertrauen habe.“ Ashley versprach es ihrer Freundin schließlich doch hoch und heilig und somit legten sich die beiden Mädchen schlafen.
Am nächsten Morgen platzte Emilie, das Dienstmädchen der Familie Hudgens, ins Zimmer der noch schlafenden Beiden. „Aufstehen, Mrs. Sutherland. Ihre Kutsche nach London kommt jeden Moment.“ „Ja, danke Emilie. Wir kommen.“ sprach es mehr aus Nessas Unterbewusstsein, als aus ihr selber, da sie noch viel zu müde war, um eigenständig handeln zu können. Nach etlichem gähnen und strecken der Muskeln, raffte sich Nessa schließlich auf und weckte ihre Freundin.
Gut eine viertel Stunde später saßen die beiden Damen am Frühstückstisch und stocherten in ihrem Essen herum. „Alles in Ordnung bei euch?“ versuchte schließlich Mrs. Hudgens ein Gespräch zu eröffnen, doch Nessa nickte nur stumm. „Wo ist eigentlich Papa?“ fragte sie schließlich doch, da ihr auffiel, dass jemand fehlte. „Du weißt doch, Liebes, die allmorgendliche Mitarbeiterbesprechung. Ich soll euch noch lieb von ihm grüßen, da er es nicht mehr rechtzeitig zu eurer Abreise schaffen wird.“ Gerade als das Thema Abreise auf den Tisch kam, klingelte es auch schon an der Tür und der Kutscher stellte sich ihnen vor. Emilie brachte die Koffer der Mädchen nach draußen, während Ashley und Vanessa sich liebevoll von Mrs. Hudgens verabschiedeten.
„Kommt bald mal wieder.“ war der letzte Wortlaut der Hausherrin, den die Freundinnen noch hörten, ehe sie um die nächste Ecke verschwunden waren.
Teil 12:
"Warum bist du denn heute so schweigsam? Sonst kaust du mir doch auch jedesmal vor Aufregung ein Ohr ab, wenn du zu Christopher zurück darfst."
Unterbrach Ash nach einigen Stunden die Stille. Bis gerade eben war auch sie in ihren eigenen Gedanken versunken gewesen. Sie wusste nicht, wie sie jetzt ihren Eltern oder ihrem Verlobten gegenüber treten sollte, schließlich hatte sie einen anderen geküsst... einen Reitlehrer. Aber es war ja nur ein Kuss, ohne jegliche Bedeutung und überhaupt würde sie Jared vermutlich nie wieder sehen, oder zumindest erst in ein paar Monaten, wenn sie längst verheiratet war.
Vermutlich hatte sie ihn sowieso nur wegen der Aufregung geküsst. Schließlich liebte sie Philip und nicht Jared.
Aber warum bekam sie allein bei dem Gedanken an Jared eine Gänsehaut?
Und weshalb verfiel sie jedesmal in Träumereien, wenn sie an seine wunderschönen Augen dachte?
Und noch viel schlimmer, warum ging es ihr bei Philip nicht so und war es ihr noch nie so gegangen?
Die Aufregung! Redete sie sich wieder ein und wand sich dann an Vanessa, die genauso Gedankenverloren aus der Kutsche starrte, wie sie es bis gerade eben auch noch getan hatte.
"Was!?" fragte Nessa wie in Trance und sah ihre Freundin nicht einmal an, während sie mit ihr sprach. Ash fuchtelte mit ihrer Hand vor Nessas Gesicht rum, um so ihre Aufmerksamkeit zu bekommen.
"Was machst du denn da!?" fragte Nessa irritiert und begann damit Ashleys Hände aus ihrem Blickfeld zu vertreiben.
"Ich versuche mit dir zu reden, aber anscheinend bist du viel zu sehr damit beschäftigt an jemand anderen zu denken, als das zu bemerken." Lächelte Ash ihre Freundin an.
"So ein Quatsch! Ich denke an niemand anderen! An wen sollte ich denn auch denken!? An Zac vielleicht oder was!? Meinst du das oder warum dieser doofe Kommentar!? Ich mein Ashley, du machst dich ja wohl selbst lächerlich wenn du allen ernstes denkst, dass ich auch nur einen Gedanken an ihn verschwenden würde! Wie käm ich denn dazu, schließlich bin ich verheiratet und er ist nur ein Stallbursche und nichts weiter! Ich seh ihn ja sowieso nie wieder.. und es gäbe ja auch wirklich keinen Grund auch nur einen Gedanken an ihn zu verschwenden, schließlich ist er ein Angestellter und sonst nichts." Beendete Nessa schließlich ihren Redeschwall und Ash schloss langsam wieder ihren Mund, der bis gerade eben noch weit offen stand.
"Ich meinte eigentlich Christopher, deinen Mann, weißt du noch?"
Gab Ash von sich, als sie ihre Sprache wieder gefunden hatte. Nessa lief augenblicklich rot an, als sie bemerkt hatte, was sie da eigentlich gerade gesagt hatte. Sie versuchte jedoch krampfhaft sich nichts anmerken zu lassen.
"Ja ich auch, das war nur ein Scherz." Winkte sie schließlich ab und begann leicht hysterisch zu kichern. Ash nickte nur unglaubwürdig, beließ es aber vorerst dabei.
´Was geht hier eigentlich vor!?´ ging es Ash durch den Kopf.
"Sag mal, du weißt dass ich deine Freundin bin?" Nessa nickte, was sollte diese Frage!?
"Und dass wir uns kennen seit wir geboren sind!?" Wieder nickte Nessa vorsichtig.
"Und du weißt auch, dass du mir blind vertrauen kannst!?" Nessa nickte erneut. Worauf wollte Ashley hinaus…
"Warum versuchst du dann etwas vor mir zu verheimlichen?"
Nessa sah ihre Freundin verwirrt an, im Inneren wusste sie natürlich was Ash meinte, aber das wollte sie sich selbst nicht eingestehen.
"Nessa, ich kenn dich und du mich. Wir sind wie Schwestern. Nein, mehr noch, du bist mein zweites Ich, also versuch nicht mir was vor zu machen oder dir selbst."
"Ich- ich weiß nicht was du meinst..." stotterte Nessa vor sich hin. Würde sie es offen zugeben, würde es Echt sein, es würde zur Wahrheit werden. Wenn sie jedoch einfach ihren Mund hielt, könnte sie sich selber immer wieder einreden, dass eigentlich gar nichts war und dass sie sich das alles nur eingebildet hatte. Es wüsste ja niemand davon.
Ash legte ihren Kopf schief.
"Schau mich nicht so an." Begann Nessa zu lachen und versuchte so dem Gespräch zu entkommen. Doch da hatte sie die Rechnung ohne Ashley gemacht und eigentlich hätte sie es ja wissen müssen, schließlich kannte sie Ash gut und lange genug.
"Gut, wenn du es mir so nicht sagen willst, dann frag ich dich eben direkt." Nessa schluckte, sie hatte Angst vor dem, was jetzt kommen würde.
"Was wäre gestern Abend passiert, wenn ich nicht dazwischen geplatzt wäre?"
Jetzt war es raus. Nessa sah eingeschüchtert zu Boden, sie fühlte sich in die Ecke getrieben und Ash blickte ihre Freundin erwartungsvoll an.
Was sollte sie denn darauf bitte sagen!? Dass sie sich beinahe wie eine billige Hurre verhalten hätte und Zac küssen wollte. Hätte Ash es nicht, durch ihr plötzliches Auftreten verhindert, hätte sie wohl den schlimmsten Fehler ihres Lebens begannen... oder wäre es gar kein Fehler gewesen!? Natürlich wäre es dass! Schüttelte Nessa ihren Kopf, um wieder einigermaßen klar denken zu können.
"Was geht in dir vor?" fragte Ash mit ruhiger und fürsorglicher Stimme. "Hast du Angst, dass du es endgültig machst, wenn du es aussprichst?"
Verdammt, Ash kannte Nessa einfach zu gut. Oder sagte sie einfach, was auch in ihr selbst vorging…?
"Ich weiß selbst nicht, was mit mir los ist. Du weißt ich liebe Christopher…" begann Nessa endlich zu reden, brach dann aber wieder ab und Ashley beendete den Satz für sie.
".. aber da gibt es auch noch Zac."
Nessa nickte, dann hielt die Kutsche an und die Tür wurde von außen geöffnet. Erschrocken fuhren die beiden herum. "Wir sind da Ms. Tisdale." Erklärte der Kutschenführer. "Danke." Gab Ashley mit einem leichten Nicken zur Antwort, wand sich dann noch mal kurz an ihre Freundin "Ich werde morgen Mittag zum Tee zu dir kommen." und verließ anschließend die Kutsche.
Teil 13:
Kurze Zeit später ging die Tür erneut auf. Nessa wendete ihren Blick zur Seite und schaute in die strahlenden Augen von Christopher. Was machte er denn schon da? Sollte er nicht noch in der Praxis sein? „Vanessa, Liebes. Freust du dich nicht, mich wieder zu sehen?“ fragte sie dieser, da der Braunhaarigen die Überraschung ins Gesicht geschrieben stand. „Doch, doch…natürlich“ erwiderte Nessa schließlich und formte ein freudiges Lachen mit ihrem Mund. Anschließend raffte sie ihr Kleid zusammen und stieg vorsichtig aus der Kutsche aus. Christopher hielt dabei gefühlvoll ihre Hand und setzte ihr einen zarten Kuss darauf.
Der Kutscher verabschiedete sich schließlich von beiden, nachdem er das Gepäck ausgeladen hatte. Christopher griff danach und lief mit Nessa im Arm zur Haustür. „Ich bin müde von der Fahrt. Würde es dir etwas ausmachen, wenn ich mich etwas hinlege?“ ließ Nessa verlauten, nachdem sie den Flur betreten hatten. „Nein, mach ruhig. Ich kann mir vorstellen, dass es anstrengend für dich war. Gerade weil Ashley neben dir saß und dich bestimmt die ganze Zeit zugeredet hat. Ich weiß ja, wie gerne sie erzählt.“ Nessa nickte kurz, ehe sie sich mit einem Kuss auf die Wange von ihm verabschiedete und die Treppen zum Obergeschoss betrat.
Am Fenster stehend, setzte sie sich letztendlich auf einen Stuhl. Draußen hatte es inzwischen begonnen zu regnen und irgendwie passte das auch zu ihrer momentanen Situation. Christopher kam ihr gerade eben vor, wie ein Fremder. Ein Mann, den sie nicht kannte und doch wusste sie, dass es ihr Mann war. Ihr Mann, den sie eigentlich über alles lieben sollte, Doch irgendwie war ihr die Liebe heute entflohen. Wahrscheinlich lag es einfach nur an ihrer Müdigkeit. Genau, das wird der Grund dafür gewesen sein und wenn sie später wieder nach unten geht, dann würde sie Christopher ausgelassen um den Hals fallen und ihn küssen.
Die Müdigkeit holte Vanessa schließlich doch ein und so machte sie die Augen zu und wurde erst wieder wach, als sie laute Schritte von draußen auf dem Gang vernahm. Sie schaute auf die Uhr und musste mit Schrecken feststellen, dass inzwischen fast 2 Stunden vergangen waren, seitdem sie hier im Raum saß. Wahrscheinlich wollte Christopher sie deshalb auch zum Abendessen holen.
Nessa sprang auf, um sich in dem Spiegel zu begutachten. Die Falten in ihrem Kleid strich sie dabei sachte beiseite und legte ihr Haar noch mal in die richtige Position, als auch schon die Tür aufging und ihr Mann herein trat. „Ich hoffe, ich habe dich nicht geweckt, Liebes.“ „Nein, nein, ich wollte gerade zu euch kommen.“ Christopher trat von hinten an Nessa heran und legte gefühlvoll seine Arme um ihre Hüfte. „Ich bin froh, dass du wieder da bist.“ Seine Worte durchdrangen leise Nessa’s Ohr und ließen sie augenblicklich erschaudern. Was sollte sie ihm nur antworten? Ganz ehrlich gesagt, wäre sie jetzt lieber wieder auf dem Gestüt. Quatsch, was sollte das? Wieso wollte sie wieder auf dem Gestüt sein? ‚Nessa, beherrsch dich’ redete sie sich schließlich selber ein und antwortete. „Ich bin auch glücklich, wieder bei dir zu sein.“ Im Spiegel sah sie, dass Christopher ihr ein Lächeln schenkte. Er drehte ihren Körper zu sich herum und kam langsam mit seinem Gesicht näher, bis sich schließlich seine Lippen auf die Ihrigen legten. Nessa schloss die Augen und versuchte, den Kuss zu genießen. ‚Er ist dein Mann’ hielt sie sich dabei immer wieder vor Augen, doch das Verlangen ihres Herzens übernahm schließlich die Überhand. Ungewollt und dagegen ankämpfend, bahnte sich eine einzelne Träne den Weg über ihre Wange und endete auf den Lippen von Christopher. „Hey, was ist denn los? Wieso weinst du?“ Ja, wieso weinte sie? Nessa hätte sich am liebsten selbst ohrfeigen können. Wieso konnte sie sich auf einmal nicht mehr selbst kontrollieren? Das gelang ihr doch sonst immer! „Es ist nichts. Wirklich“ sagte Nessa, als sie sich zu einem Lächeln durchrang, während ihr die rauen Hände von Christopher die Träne wegwischte.
Beim Abendessen war es ungewöhnlich still am Tisch. Nessa stocherte lustlos in ihrem Essen herum und erzählte in ein paar knappen Sätzen von ihrem Besuch bei den Eltern. Das Leben auf dem Land habe ihr ziemlich gut gefallen und so ließ sie auch direkt verlauten, die Fahrt dorthin in nächster Zeit eventuell zu wiederholen. Christopher stimmte dem ohne Widerworte zu, da er froh war, Nessa bei dem Gedanken daran wieder fröhlicher zu sehen. Von der Abschlussfeier oder gar von Jared und Zac sagte sie ihm allerdings nichts. Schließlich war sie insgeheim immer noch der festen Überzeugung, dass zwischen ihr und Christopher alles wieder so werden würde, wie vor der Reise.
Die Nacht über schlief Vanessa kaum. Sie wälzte sich im Bett hin und her, um dann doch wieder kein Auge zuzumachen. Christopher bekam von all dem glücklicherweise nichts mit. Er schlummerte friedlich vor sich hin.
Nach schier endlos scheinenden Stunden brach der nächste Morgen dann doch an, als im Hause Sutherland alle beim gemütlichen Frühstück beisammen saßen. „Ashley und Philip wollen heute zum Tee vorbeikommen.“ begann Nessa ein Gespräch. „Oh, das freut mich. Mit Philip habe ich schon ewig nicht mehr gesprochen.“ Vanessa freute es dies zu hören, denn so würde sie Zeit finden mit Ashley zu sprechen. In der vergangenen Nacht war ihr bewusst geworden, dass sie offen über ihre Gefühle reden musste, ansonsten würde sie innerlich explodieren und Ashley war dafür die einzige Person.
Während sich Nessa für das Treffen mit ihrer Freundin anders kleidete, verfiel sie wieder ihren tief greifenden Gedanken. Diesmal dachte sie allerdings nicht an die fehlenden Gefühle für Christopher, sondern an Zac. Als sie sein Gesicht vor Augen holte, musste Nessa lachen. Er war so nett gewesen, so umgänglich und vor allem nicht so steif, wie all die anderen Bekannten und Freunde von ihr. Ja, er war einfach anders und was noch viel schlimmer war, er küsste auch noch umwerfend. ‚Oh Gott, Nessa, woran denkst du nur wieder!’ strafte sie sich selber, als plötzlich die Tür aufging und sich Nessa erschrocken umdrehte. „Ashley und Philip sind da“ entgegnete ihr die Haushälterin. „Danke, Emma. Ich komme.“
Teil 14:
Ashley strafte ihre Schultern, atmete tief ein und klopfte dann an der Haustür. Nach wenigen Sekunden wurde ihr auch schon von Walther geöffnetn. "Ms. Tisdale, schön sie wieder zu sehen." Begrüßte er sie herzlich, nahm die Koffer die neben ihr standen und bat sie nach innen. "Danke Walther." Nickte sie ihm zu und nahm dann ihren Hut ab. Nachdem sie diesen auf die Anrichte gelegt hatte richtete sie sich noch einmal an Walther, der gerade dabei war die Koffer nach oben zu bringen. "Ach Walther. Sagen sie mir, wo ist meine Mutter gerade?" "Sie befindet sich in der Bibliothek und liest." "Danke." Ash raffte ihr Kleid und lief in die Bibliothek. Vorsichtig öffnete sie die schwere Holztür. Lisa blickte sofort auf, als sie das knarren der Tür vernahm und auf ihrem Gesicht breitete sich ein Lächeln aus, als sie ihre Tochter erkannte. "Ashley. Du bist schon zurück!?" stellte sie freudig fest, legte das Buch beiseite und ging mit ausgebreiteten Armen auf ihre Tochter zu. Die zwei Frauen umarmten sich. "Schön dich wieder zu sehen." "Erzähl, wie war es mal wieder in Bristol zu sein?" Fragte Ashleys Mutter, während die Beiden sich auf in den großen Ohrensesseln nieder liesen. "Es war sehr schön. Vanessa und ich sind viel ausgeritten." Bei dem Gedanken daran musste sie schmunzeln, aber sie verwarf ihn auch sofort wieder, da sie so unwillkürlich an Jared denken musste und dass war das letzte was sie wollte. "Die Hudgens waren sehr Gastfreundlich. Ihr sollt euch übrigens auch mal wieder bei ihnen blicken lassen." Fügte Ashley mit einem grinsen hinzu. "Ja, ich würde zu gern einmal wieder in unsre alte Heimat zurück, aber dein Vater ist so beschäftigt mit der Firma. Ich weiß nicht wann wir einmal Zeit dafür finden werden." Erklärte Lisa wehmütig. Für sie war es schwer nach London zu ziehen, fast schwerer als es für Ash gewesen war. Aber es hatte sein müssen, sonst hätten sie die Firma nicht halten können.
"Ich werde morgen zu Vanessa und Christopher gehen. Wollt ihr mit kommen?" "Nein nein, geh du ruhig mit Philip, er hat dich übrigens kläglich vermisst. Jeden Tag hat er mehrmals einen Boten vorbei geschickt um anzufragen ob du schon zurück bist." Lisa schmunzelte breit, sie mochte Philip sehr und dass er ihre Tochter so sehr liebte stimmte sie ihm gegenüber noch wohlgesinnter. Ash nickte nur und versuchte ebenfalls zu lächeln. Aber es fiel ihr seltsamer weise nicht so leicht wie gedacht. Eigentlich sollte sie sich darüber freuen. Eigentlich sollte sie sich auch darüber freuen Philip endlich wieder zu sehen, aber irgendetwas in ihr war da wohl anderer Meinung. Sie schüttelte den Kopf um diese Gedanken zu vertreiben. "Du hast recht. Ich werde gleich einen Boten zu ihm schicken. Dann geh ich mich aber etwas ausruhen, die Reise war doch sehr anstrengend." Lisa streichelte ihrer Tochter kurz über die Haare bevor Ash nach oben in ihr Schlafgemach verschwand. Auf dem Weg dort hin fies sie Walther natürlich noch an jemanden zu Philips Anwesen zu schicken.
Geschafft legte sie sich samt Kleid ins Bett und atmete so tief sie konnte ein und aus. `Was ist nur los mit dir Ashley?` fragte sie sich selbst und legte eine kühlende Hand auf ihre Stirn. Es war doch alles so einfach als sie hier weggefahren war. Sie freute sich auf die Hochzeit und sie freute sich darauf endlich Mrs. Philip Wintersdale zu werden. Sie hatte beinahe alles geplant. Das Hochzeitskleid war schon in Auftrag gegeben worden und alles Wichtige für die Feierlichkeiten war schon ausgesucht worden. Es fehlten nur noch die Blumen. Ihr Hochzeitsstrauß, die Tischdeko so wie die Blumen für die Blumenkinder mussten noch ausgesucht werden. Das hatte sie sich mit Absicht bis zum Schluss aufgehoben, da es ihr die größte Freude bereitete. Aber jetzt.. jetzt hatte sie keine Lust mehr irgendwelche Blumen auszusuchen. `Morgen wird alles wieder gut` redete sie sich selbst ein, drehte sich dann auf die Seite und schlief schließlich ein. Nach einiger Zeit, es war bereits dunkel, wachte sie wieder auf. Sie streckte sich ausgiebig, richtet kurz ihr Kleid und ihre Haare und ging dann nach unten. Walther kam ihr auf der Treppe entgegen. "Ach, da sind sie ja schon Ms. Tisdale, ich wollte sie gerade zum Abendessen wecken." Lächelte er sie wie immer freundlich an. "Danke, Walther. Aber wann merkst du dir endlich, dass du mich Ashley nennen sollst." Lächelte auch sie ihn an. Er war schon seit über 20 Jahren Angestellter im Hause Tisdale und hatte Ashley aufwachsen sehen, aber er wollte sich einfach nicht daran gewöhnen sie beim Vornamen anzusprechen. "Tut mir leid Ms Tisdale." Ash warf ihm einen gespielt bösen Blick zu. "Ashley." Verbesserte er sich schnell mit einem breiten grinsen. Dann gingen die Beiden nach unten ins Esszimmer, wo bereits die ganze Familie auf Ashley wartete. Schnell begrüßten sich alle und schon wurde das Essen serviert. "Jenn du bist doch nicht extra meinet wegen her gekommen oder?" fragte Ash erfreut, darüber ihre Schwester zu sehen. Jennifer war bereits glücklich verheiratet und hatte letzten Sommer ihr erstes Kind zur Welt gebracht. Es war ein süßes kleines Mädchen welches den Namen Brittany trug. Ash war vernarrt in die Kleine und konnte sich den ganzen Tag mit ihr beschäftigen, es schmerzte sie jedesmal sehr, wenn sie abends wieder gehen musste. "Natürlich bin ich wegen dir hier. Was denkst du denn?" Lächelte Lisa ihre kleine Schwester an. "Wo hast du denn Brittany gelassen?" Fragte Ash schließlich mit suchendem Blick. "Ihr Vater kümmert sich heute Abend mal ganz alleine um sie." Verkündete Jennifer mit stolzer Stimme. Woraufhin alle anwesenden lachen mussten.
Nach dem Abendessen machte die Familie noch einen kleinen Spaziergang über den wunderschön angelegten Garten des Anwesens. Lisa legte sehr großen Wert auf diesen Teil des Hauses, eigentlich legte sie Wert auf alles, aber der Garten lag ihr besonders am Herzen. Sie verbrachte viele Stunden hier mit den Angestellten um alles so in Schuss zu halten.
Ash sog den Duft der Blumen tief in sich ein. Vorallem bei den Sonnenblumen tat sie dies besonders gern und machte dort kurz stop um sich die brachtvollen Blüten genauer anzusehen. Die restliche Familie kannte dieses Ritual schon und blieb automatisch stehen. "Du und deine Sonnenblumen." Schüttelte Jenn lachend den Kopf.
Nach einer Stunde verabschiedete Jennifer sich dann jedoch schon wieder und die Familie Tisdale legte sich schlafen.
Mit einem Lächeln auf dem Gesicht wachte Ash am nächsten Morgen auf. Vor ihrem Fenster zwitscherten die Vögel fröhlich vor sich hin. Auch heute gab die Sonne wieder ihr Bestes. Gut gelaunt machte Ash sich für das Frühstück fertig und schreitete dann pfeifend nach unten. "Was bist du denn so gut gelaunt?" Fragte Lisa, angesteckt von der guten Lauen ihrer Tochter, ebenfalls mit einem breiten Grinsen. "Es ist einfach ein herrlicher Tag." Erwiderte Ash, gab ihrer Mutter einen Kuss auf die Wange und setzte sich dann zu ihr an den Tisch. Dass ihre Gute Laune noch einen anderen Grund hatte verschwieg sie. Denn sie wollte niemanden von ihrem Traum erzählen, den sie in dieser Nacht gehabt hatte. Der Traum in dem sie unbeschwerrt mit Jared über die Felder ritt und er sie immer wieder angelächelt hatte. Der Traum in dem sie sich frei und lebendig fühlte, sie konnte beinahe den Wind spüren, der ihr durch die Haare wehte und sie konnte beinahe den Duft der Gräser riechen.. aber wie gesagt, es war ein Traum. Nichts weiter als ein Traum. "Ach ja, Philip wird dich gegen Mittag abholen." Holte Lisa ihre Tochter zurück aus ihren Träumereien. "Danke." Sagte sie knapp und widmete sich dann ihrem Essen.
"Mr Wintersdale wartet in der Lobby auf sie." Erklärte Walther Ashley, diese nickte und ging dann zu Philip. Sie atmete noch einmal ein und setzte dann ein strahlendes Lächeln auf. "Philip." Rief sie ihm zu, während sie auf ihn zu ging. Philip drehte sich freudestrahlend um und breitete die Arme aus als er sie erblickte. Das Paar umarmte sich glücklich, zumindest wirkte es von außen so. "Ich hab dich vermisst." Hauchte Philip seiner Verlobten ins Ohr, bevor sie sich wieder trennten.
Während der Fahrt zu den Sutherlands fragte Philip sie alles Mögliche über die Reise nach Bristol und erklärte anschließend, dass er das nächste Mal unbedingt mit fahren würde. Ash nickte. Sie wusste, dass er dafür womöglich nie Zeit haben würde. Die Firma seines Vaters spannte ihn so sehr ein, es grenzte beinahe an ein Wunder, dass sie einen Termin für die Hochzeit finden konnten.
"Da sind wir." Grinste Philip seine Zukünftige an bevor er ihr aus der Kutsche half. "Du siehst heute übrigens wunderschön aus." Flüsterte er ihr wieder ins Ohr, Ash quittierte das mit einem sanftem lächeln. Dann erklommen sie die Stufen zur Haustür.
Teil 15:
Emma öffnete auf das Läuten der Klingel hin die Haustür und bat Ashley und Philip herein. „Sie werden bereits im Kaminzimmer erwartet.“ sagte sie zu ihnen und nahm beiden gleichzeitig die Mäntel ab. „Danke, Emma.“ erwiderte Ashley höflich, ehe sie sich bei ihrem Verlobten einhakte und in das besagte Zimmer schritt. Dort saßen bereits Vanessa und Christopher und tranken gemütlich einen Tee. „Hey, da seid ihr beiden ja. Schön, euch wiederzusehen.“ strahlte Nessa, ehe sie ihrer Freundin um den Hals fiel. „Man meint gerade, die beiden hätten sich wochenlang nicht gesehen.“ „Da hast du recht Philip. Schön, dass du auch mal wieder vorbei kommst.“ entgegnete Christopher, nachdem sich die vier an den gedeckten Tisch setzten und sich von Emma noch einmal Tee nach schenken ließen. In der Mitte des Tisches standen diverse Plätzchen und Gebäck, von denen sich jeder reichlich bediente. Die meisten waren sogar von der Haushälterin persönlich gebacken, einige andere wurden aus dem benachbarten Ort bringen gelassen. „Wie sieht es eigentlich mit eurer Hochzeit aus?“ fragte Christopher schließlich. „Naja, es ist soweit alles vorbereitet. Es fehlen nur noch die Blumen und die Deko für den Tisch und dann heißt es endlich in 4 Wochen „Ja, ich will“...“ Man sieht euch an, dass ihr es kaum noch erwarten könnt“ entgegnete Vanessa, nachdem sie den strahlenden Ausdruck in Philips Gesicht erblickte, doch Ashley schien mit ihren Gedanken sonst wo zu sein, nur nicht beim Gespräch. Deswegen ging Nessa auch nicht weiter auf das Thema ein, sondern versuchte gekonnt auf ein anderes Gespräch zu wechseln. „Ihr Männer habt euch doch sicher noch einiges zu erzählen. Wo ihr euch schon so lange nicht mehr gesehen habt.“ „Ganz recht, Schatz. Wenn es euch nichts ausmacht, würde ich mit Philip gerne in die Bibliothek gehen. Unsere Themen langweilen euch Frauen doch sowieso.“ Wo er mal wieder Recht hatte. Vanessa schmunzelte und überließ Emma das Abdecken des Tisches, während sie sich mit Ashley in einen anderen Raum verzog, wo sie ungestört waren.
„Los erzähl, Ash. Mit dir stimmt doch etwas nicht.“ fragte sie schließlich, nachdem einige Minuten lang nichts passierte. „Hmm...was?“ „Du hörst mir ja gar nicht zu.“ „Ach, es ist nichts Nessa. Erzähl du mir lieber, was mit dir und Zac los ist.“ „Was soll ich da erzählen. Ich glaube, ich habe mich wirklich in ihn verliebt.“ erwiderte sie schließlich und dämpfte dabei ihre Stimme immer mehr, um ja nicht gehört zu werden. „Wusste ich es doch. Du kannst mir nichts vormachen, Vanessa Sutherland geborene Hudgens.“ Diese musste augenblicklich lachen, da sie wirklich vor ihrer Freundin nichts geheim halten konnte. Das war schon zu Kinderzeiten so gewesen. Immer wenn Nessa ihre Eltern anlog, war Ashley die erste, die ihr ins Gewissen redete. Meistens ging es Nessa danach besser, doch umgekehrt war es genauso. Die beiden Mädchen ergänzten sich immer optimal und so war es auch heute noch. „Aber was soll ich denn jetzt machen, Ash?“ fragte die schwarzhaarige Schönheit, nachdem sie lange Zeit gedankenverloren aus dem Fenster geschaut hatte. „Gegen sein Herz kann man nicht ankämpfen Nessa. Ich hoffe nur für dich, dass es niemand erfährt, ansonsten...“ „Jaja, ich weiß. Dann bin ich für alle gestorben. Aber ich kann nicht anders. Ich vermisse ihn schon jetzt. Es sind kaum 48 Stunden her und schon plagen mich die schlimmsten Trennungsschmerzen. Das kann doch nicht wahr sein, Ash!“ „Das ist Liebe, Süße. Und wie soll es weitergehen?“ „Ich muss ihn unbedingt wiedersehen. Bald!“ In den Augen von Nessa stiegen plötzlich einzelne Tränen auf. Sie wollte nicht weinen, doch gegen ihr Inneres hatte sie keine Oberhand mehr. Ihr Herz wählte einen anderen Weg, als ihr Verstand. „Ich reise nächste Woche wieder zu meinen Eltern.“ platzte es schließlich aus ihr heraus, so dass Ashley ganz perplex dreinschaute. „Was? Und wie willst du das Christopher erklären und noch viel besser, deinen Eltern?“ „Was weiß ich. Mir wird schon etwas einfallen.“ Eigentlich glaubte Nessa nicht wirklich an einen Gedankenblitz, dennoch wusste sie, dass sie wieder nach Bristol reisen musste.
„Aber mal etwas anders, Ash. So wirklich glücklich scheinst du aber auch nicht über deine Hochzeit zu sein.“ „Hä? Geht’s noch? Ich liebe Philip und wünsche mir nichts sehnlicher, als endlich seine Frau zu werden.“ „Ja, das habe ich gerade gesehen. Du warst ja noch nicht mal bei unserem Gespräch über die Blumendeko anwesend. Ein Wunder, dass Philip nichts gemerkt hat.“ sagte Nessa schließlich, während in Ashley immer mehr die Röte im Gesicht aufstieg. „Ihr habt über die Blumendeko gesprochen?“ „Ja, haben wir. Und?“ Nessa verschränkte ihre Hände in der Hüfte und tippte nervös mit dem Fuß auf der Stelle. „Du machst mich ganz durcheinander.“ war die Reaktion auf Nessas Gestik, so dass nun auch Ashley aufstand und unruhig im Raum auf und ab lief. „Ja, es gibt da was.“ „Jared!“ Mit einem Mal sprang der Blick der Blondhaarigen auf das Gesicht ihrer Freundin. Wieso kannten sie sich so gut, dass Worte sinnlos waren? Das nicken verriet Nessa schließlich, dass sie mit ihrer Vermutung richtig lag. „Ich verstehe dich besser als du denkst.“ erwiderte Ashley, während sie sich wieder setzte. Nervös rieb sie sich die Hände, die inzwischen zu schwitzen begonnen hatten. „Er geht mir einfach nicht mehr aus dem Kopf, aber ich darf das einfach nicht zulassen. Ich heirate in wenigen Wochen und jetzt so was.“ „Du hast eben selber gesagt, dass man gegen seine Gefühle machtlos ist.“ „Ja schon, aber man kann sie verdrängen. In ein paar Tagen habe ich ihn wieder vergessen, du wirst schon sehen.“
„Wen musst du vergessen? Doch hoffentlich nicht mich.“ Plötzlich sprang die Tür auf und Philip streckte seinen Kopf herein. Nessa und Ashley fuhren erschrocken zurück und suchten nach den passenden Worten. „Ach, Ash hat mal wieder unseren Termin übermorgen beim Blumenhändler vergessen.“ lachte Nessa freundlich zurück und versuchte sich dabei, ihre Angst, eventuell aufgeflogen zu sein, nicht anmerken zu lassen. „Typisch, Ash. Wenn ich sie nicht ständig daran erinnern würde, würde sie wahrscheinlich noch unsere eigene Hochzeit vergessen.“ Philip zauberte ein Lachen auf seine Lippen, ehe er zu seiner Verlobten schritt und sich neben sie kniete. „Geht es dir nicht gut? Du siehst so blass aus?“ „Nein, es geht schon. Ich habe wahrscheinlich nur etwas Falsches gegessen. Vielleicht war der Fisch heute mittag nicht mehr gut.“ Ashley versuchte zu lächeln, während Philip sie zu sich nach oben zog und in den Arm nahm. Kurz darauf verabschiedeten sich die beiden auch schon wieder, da sich der brünette Mann ernsthafte Sorgen um Ashley machte.
„Was war denn mit Ashley los?“ fragte Christopher, als er mit Vanessa wieder im Kaminzimmer saß und ein Glas Rotwein genoss. „Sie hat wohl etwas Falsches gegessen.“ Christopher legte seinen Arm um ihre Schulter und kraulte sie zärtlich am Oberarm. Langsam begann er dabei, Vanessa am Hals zu küssen. Sie schloss ihre Augen und genoss seine Berührungen. Vorsichtig wurde sie schließlich auf Händen getragen, ins Schlafzimmer aufs Bett gelegt, während ihr Christopher langsam das Korsett aufschnürte.
Beide gaben sich ihren bedingungslosen Gefühlen hin, doch Christopher konnte ja nicht ahnen, dass Nessa während des Beischlafs ständig an Zac dachte. Ja, an Zac den Stallburschen, der inzwischen völlig ihr Herz erobert hatte. Den sie nicht mehr aus ihren Gedanken streichen konnte. Der Nessa zu träumen beginnen ließ.
„Ich liebe dich.“ hauchte sie schließlich über ihre Lippen, immer noch in Gedanken, an ihre heimliche Liebe. „Und ich dich, mein Schatz.“ Huch, das war ja Christopher, der über ihr lag. Nessa versuchte augenblicklich ihre aufgeschreckten Augen unter Kontrolle zu bringen und küsste ihn zur Ablenkung zärtlich auf die Wange.
„So leidenschaftlich kenne ich dich gar nicht. Du kannst ruhig öfter ein paar Tage verreisen.“ antwortete dieser schließlich, als beide nass geschwitzt nebeneinander im Bett verweilten. Nessa nickte nur stumm, ehe sie sich von ihm weg drehte, um ihre Tränen unauffällig beseitigen zu können. Was für eine verlogene Heuchlerin sie doch war. Sie schlief mit ihrem Mann und dachte dabei die ganze Zeit an einen anderen. Irgendetwas musste sich Nessa einfallen lassen, ohne dabei Christopher und am allerwichtigsten ihre Eltern nicht zu verletzen.
Teil 16:
4 Tage später....
"Ich fahre wieder zurück nach Bristol, morgen." Platze Nessa einfach so heraus. Ohne Vorwarnung und ohne irgendeine Überleitung. Ash verschluckte sich augenblicklich an ihrem Tee und begann laut zu husten. Als sie sich wieder beruhigt hatte und ohne Probleme Luft bekam, sah sie ihre Freundin mit großen Augen an.
"Aha.. und was sagt Christopher dazu?" wollte Ash schließlich wissen. Nessa zuckte nur mit den Schultern und nippte an ihrem Tee. "Was soll dass denn jetzt bitte heißen?"
"Das soll heißen, dass er es nie erfahren wird." Gab Nessa mit tonloser Stimme von sich. Ash zog argwöhnisch eine Augenbraue nach oben. "Er wird es nie erfahren? Naja.. stimmt, es wird ihm sicherlich nicht auffallen wenn er dich ein paar Tage nicht sieht. Hab ich ganz vergessen, wie konnte ich nur so dumm sein." Gab Ash sarkastisch von sich. "Hör auf Ashley!" tadelte Nessa ihre Freundin und klärte sie anschließend auf. "Er muss auf einen Ärztekongress, der ist in New York. Und er ist 2 Wochen dort. Er kommt also erst eine Woche vor deiner Hochzeit mit Philip wieder."
`Oh man, die Hochzeit mit Philip` ging es Ash durch den Kopf. Sie hatte zwar gehofft, dass sie Jared vergessen könnte, wenn sie nur weit genug von ihm weg war. Aber dem war nicht so. Sie vermisste ihn jeden Tag mehr und es fiel ihr immer schwerer die freudige Braut zu spielen. Es fiel ihr auch immer schwerer mit Philip irgendwelche Liebeleien auszutauschen, auch wenn es nur ein zärtlicher Blick war.
"Ich komme mit." Sagte Ash schließlich wild entschlossen. Nun war es an Nessa große Augen zu machen. "Und was sagst du zu Philip?" "Ich will dort die Blumendeko aussuchen, weil die Blumen in Bristol einfach die Schönsten sind." Gab Ash prompt zur Antwort ohne auch nur lange überlegen zu müssen. Beeindruckt von der raschen Ausrede ihrer Freundin nickte Nessa anerkennend. "Ok. Wenn du meinst dass das in Ordnung geht. Wir fahren um 7 Uhr los und sind dann eine viertel Stunde später vor deiner Haustür." "Ich werde bereit sein. Und ja, dass geht in Ordnung. Ich bin die Braut und wenn die Braut Blumen aus Bristol will, dann kriegt sie die auch." Grinste Ashley breit und verabschiedete sich dann, schließlich hatte sie noch einiges zu tun.
Zu Hause angekommen machte sie sich sofort daran zu packen. "Ashley, mein Liebes, was machst du denn da?" wollte Lisa wissen, die gerade an Ashleys Zimmer vorbei gelaufen war. "Ich packe, Mutter." Gab Ash nur knapp zur Antwort ohne auch nur aufzublicken. "Ja, das sehe ich. Aber wofür packst du?" Fragte Lisa immer noch irritiert. "Ich fahre morgen früh mit Nessa nach Bristol zurück." "Und warum? Ihr wart doch erst dort." "Ja, ich weiß. Aber ich will Blumen aus Bristol für die Hochzeit. Ein bisschen Heimat, verstehst du. Und du weißt ja dass es dort die schönsten Blumen überhaupt gibt." Erklärte Ash während sie im Zimmer hin und her lief um irgendwelche Sachen in ihren Koffer zu werfen. "Aha. Na gut. Weiß Philip schon Bescheid?" "Nein, Mutter, er weiß noch nicht Bescheid. Aber ich habe ihn heute zum Abendessen eingeladen und dann werde ich ihm davon erzählen. Ok?" Endlich blieb Ash einmal stehen und lächelte ihre Mutter an. Sofort breitete sich auch auf deren Gesicht ein Lächeln auf. "Ok." Gab sie von sich und verschwand dann nach unten in das Wohnzimmer, um an ihrer Stickerei weiter zu arbeiten. Als Ash gerade mit packen fertig war kam auch schon Walther vorsichtig herein und teilte ihr mit, dass das Essen fertig sei und dass Mr. Wintersdale bereits mit der Familie im Esszimmer sitzen würde. Ash lächelte ihm höflich zu und ging dann ebenfalls nach unten.
Nachdem sie die Bombe platzten gelassen hatte herrschte ziemliche Stille am Esstisch, aber das war Ashley egal. Viel zu sehr freute sie sich darauf wieder nach Bristol zurück zu reisen und Jared wieder zu sehen. Sie wusste, dass sie solche Gedanken eigentlich nicht haben durfte, aber es war ihre egal. Schließlich sind nur die Gedanken frei...
"Und wann kommst du wieder, Liebes?" unterbrach Philips Stimme schließlich ihre Gedanken. "Ich weiß es noch nicht genau. Ich denke so in 4-5 Tagen. Je nach dem wie schnell ich mich auf ein Blumenarrangement einigen kann." Gab Ash zur Antwort. "Oh.. ok, dann werden es wohl eher 4-5 Wochen." Gab Philip lachend von sich und alle stimmten mit ein. "Nein nein, bis zur Hochzeit wird sie schon da sein." Gab Ashleys Vater von sich. Schlagartig war Ashleys Laune wieder auf dem Tiefpunkt. Sie versuchte jedoch sich nichts anmerken zu lassen, wie sie es in letzter Zeit immer tat. "Das will ich doch hoffen." Grinste Philip seine Zukünftige verliebt an. Ash zuckte nur kurz mit den Mundwinkeln, was wohl ein Lächeln hatte darstellen sollen und widmete sich dann wieder ihrem Essen. Appetit hatte sie zwar keinen mehr, aber so musste sie wenigstens nichts mehr sagen.
In dieser Nacht schlief sie sehr unruhig und auch Nessa wälzte sich, ein paar Kilometer entfernt, in ihrem Bett von einer auf die andere Seite. `Was würde in Bristol passieren?`ging es den Beiden durch den Kopf. Aber eine Antwort fanden sie nicht, sie würden es ja morgen sehen. Nach Mitternacht schliefen sie dann doch endlich ein.
Teil 17:
Pünktlich um viertel vor sieben stand Nessa dann mit der Kutsche vor dem Haus von Ashley. Kaum ertönte die Klingel stand diese auch schon abfahrtbereit mit Koffer und Hut bedeckt, im Flur und begrüßte freudig den Kutscher.
„Guten Morgen, meine Liebe.“ Auf dem Gesicht von Nessa bildete sich wieder ein Lachen, als sie ihre Freundin einsteigen sah und ihr auch direkt ausgelassen um den Hals fiel. „Und, was hat Philip gesagt?“ begann Ness auch direkt ein Gespräch. „Er war zwar am Anfang etwas verwundert, aber ich konnte ihn dazu überzeugen, unbedingt Blumen aus Bristol zu holen. Meine Mutter fragte dann schließlich auch noch nach dem Grund, aber als ich ihr alles erzählte, lachte sie nur noch. Zum Glück dachte sie in dieser Hinsicht genauso, wie ich.“ Ashley konnte sich ein grinsen nicht verkneifen. Zu sehr war sie aufgeregt, endlich Jared wieder zu sehen. „Bist du nervös, Nessa?“ „Ein bisschen…naja, um ehrlich zu sein, ziemlich.“ fügte sie dann doch mit Nachdruck hinzu. Ashley sah, wie ihre Augen funkelten. Ihre Freundin hatte es anscheinend voll erwischt, mitten ins Herz, wie man so schön sagt.
Die Fahrt ging viel schneller vorbei, wie anfangs vermutet. Im Gespräch bekamen die Mädchen gar nicht mit, wie sie bereits auf den Hof des Gestütes einbogen. „Meine Damen, wir wären da.“ Der Kutscher hielt ihnen die Tür auf und führte sie an der Hand vorsichtig die beiden Stufen nach unten. Kaum hatten beide wieder festen Boden unter den Füßen, schauten sie sich bester Laune um. Die Sonne schien ihnen ins Gesicht und sie mussten mit dem Schatten ihrer Hüte spielen, damit sie überhaupt etwas sehen konnten.
„Vanessa, schön, dass du wieder da bist.“ Mrs. Hudgens stürmte zur Tür heraus und fiel ihrer Tochter um den Hals. „Mama, ich war doch noch gar nicht so lange weg.“ „Trotzdem. Ich finde es schön, dass du wieder da bist. Was willst du auch alleine zu Hause, wenn Christopher nicht da ist.“ Das schwarzhaarige Mädchen nickte ihrer Mutter bestätigend zu, als auch schon alle im Haus verschwanden. „Wo ist denn Papa?“ Nessa wollte nicht direkt fragen, wo Zac war, sondern erhoffte sich somit eine Antwort, die sie zu ihm führen würde. „Dein Vater ist mit Jared auf dem Außenpaddock. Die versuchen, die beiden Araber zu bewegen.“ „Wie versuchen?“ „Naja, seit dein Vater Mr. Efron gekündigt hat…“ „Wie gekündigt?“ Vanessa schaute ihre Mutter total erschrocken an. Was sollte dass denn jetzt? Sie ist doch extra wegen ihm zurückgekommen und jetzt soll er nicht mehr da sein? „Ich weiß nicht, ob du es mitgekommen hast, aber er hat sich an der Abschlussfeier von euch, einfach ein Pferd geschnappt und ist mit ihm über die Felder geritten. Ohne Helm und ohne jegliche Orientierung. Die angrenzenden Bauern haben sich über die Verwüstung ganz schön beschwert und dein Vater hatte Mühe damit, diese wieder zu beruhigen.“ „Aber das hat er doch bestimmt nicht mit Absicht gemacht.“ „Das wissen wir nicht, aber warum regst du dich eigentlich so auf? Er ist doch nur ein Stallbursche.“ Auf diese Frage fiel Nessa keine passende Antwort ein. Ohne ein weiteres Wort zu sagen, verschwand sie wieder zur Haustür und rannte über den Hof. Ashley stand nun alleine mit ihrer Mutter da und versuchte, das Desaster noch einigermaßen abzuwenden. „Nehmen sie es ihr nicht übel, Mrs. Hudgens. Vanessa hatte sich so gefreut, bei der Arbeit der Araber zuzusehen.“ „Aber das kann sie doch immer noch.“ „Ja schon. Vielleicht hatte sie einfach nur nicht mit dieser Handlung gerechnet. Mr. Efron hatte ihr schließlich immer alles so schön erklärt und ihr mit „Dreamer“ geholfen.“ „Ach so.“
Ashley brachte noch das Gepäck in ihres und Nessas Schlafgemach, als sie sich auch schon auf die Suche nach ihrer Freundin machte. Sie lief rüber zu den Stallungen, auf die Weiden, doch Nessa schien spurlos verschwunden zu sein. Ashley wollte schon fast wieder aufgeben, als sie Mr.Hugens hörte, wie er sich mit einer weiblichen Stimme lautstark unterhielt. Ash lief also den Kiesweg wieder zurück und blickte auf den Außenpaddock, wo sie die beiden und Jared erblickte. Sofort formten sich ihre Mundwinkel nach oben und sie bekam Schmetterlinge im Bauch. Ihr Körper begann zu zittern und ihr Atem wurde immer schneller und oberflächlicher. Warum musste sie jetzt ausgerechnet einen Frosch im Hals spüren?
„Warum hast du denn den Stallburschen entlassen, Papa?“ „Ich hatte meine Gründe Vanessa und jetzt Schluss mit der Diskussion. Wir sind mitten bei der Arbeit, siehst du das denn nicht?“ „Doch schon, aber ohne ihn kommt ihr doch gar nicht mit den Pferden klar.“ „Das wird schon irgendwie gehen.“ Mr. Hudgens wendete sich wieder von seiner Tochter ab und machte Jared deutlich, dass er weitermachen wollte. Ashley stand inzwischen neben ihrer Freundin und versuchte sie durch ihre Blicke zu trösten. Das Nessa nicht laut losheulte, war alles, aber sie hatte sich noch soweit unter Kontrolle, um dies zu verhindern.
Ashley blickte wieder auf Jared, wie er in der Mitte des Kreises stand und der schwarze Hengst um ihn herum trabte. Als er sie sah, blieb er mit seinem Blick unverzüglich an ihr haften. Ihm fiel die Peitsche nach unten und das Pferd winkelte ihn schon fast mit der Leine ein, als Ashley zu schmunzeln anfing und ihn darauf hinwies, dass er sich drehen sollte.
Nach dem Abendessen wollten die beiden Mädchen noch einmal frische Luft schnappen. Sie nahmen sich einen Schal zum Überhangen mit und überqueren den Hof. Nessa war die letzten Stunden ganz still gewesen, während Ashley beinahe vor Glück durchgedreht wäre. Sie beherrschte sich aber, ihrer Freundin zu liebe.
„Welch schöner Anblick, zu so später Stunde.“ „Huch, Jared, was machst du denn hier?“ fragte Ashley ganz vor den Kopf gestoßen. Sie hatte sich doch noch gar nicht wieder darauf eingestellt, ihm über den Weg zu laufen. „Ich wollte noch mal nach den Pferden sehen. Wollen mich die Damen vielleicht begleiten?“ „Ja, gerne.“ Ashley lief urplötzlich wieder rot an, doch Nessa hing immer noch neben ihr, wie ein nasser Sack. „Geht nur, ich werde noch eine kleine Runde spazieren gehen.“
Nessa ging also alleine ihres Weges, während Jared und Ashley die Stallungen betraten. „Ich habe Zac informiert, dass ihr wieder da seid“ flüsterte Jared, als er eine Boxentür aufschob und dem Pferd noch etwas Heu gab. „Wieso dass denn?“ „Er hat die letzten Wochen, wo ihr weg wart, nur von ihr geredet. Ich glaube, er hat sich in Vanessa verliebt.“ „Jared, sie ist verheiratet!“ Ashley spielte die Erschütterte. Sie fand es zwar super, was er gemacht hatte, nur durfte sie sich ihre Freude nicht anmerken lassen. „Komm jetzt“ erwiderte Jared schließlich, nachdem sie alle Boxen durchgegangen waren. Er ergriff ihre Hand und führte sie nach draußen, ins Dunkel der Nacht.
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben

Hallo!
Anne1986
Verfasst am:
07.04.08 - 07:23
Mitglied seit:
4 Jahre 7 Wochen
Ranking:
Ich meld mich auch mal direkt und stelle mich euch vor, damit ihr wisst, mit wem ihr es zu tun habt *gg*
Kim hat euch ja schon eine schöne Einleitung gegeben!!! Danke Mausl...
Hoffe, unsere FF gefällt euch und ihr lest sie gespannt!
Kisses Anne
-Stallgeflüster (zusammen mit kruemelchen1988) http://www.highschoolmusic.de/hsm2/node/9775
-*Prominent...?*http://www.highschoolmusic.de/hsm2/node/7408
PLATZ DA! DAS GEHT NACH KOMPETENZ!!!DAS IST UNSER REVIER! THERE HAS TO BE A CROWN! gez. der Hofstaat
geiler anfang. ist ja
gnitze
Verfasst am:
07.04.08 - 08:38
Mitglied seit:
4 Jahre 1 Woche
Ranking:
geiler anfang. ist ja schonmal gleich action geladen.das gefällt mir. werde eure story mit aufmerksamkeit verfolgen.
kann mir auch schon 2versionen vorstellen wie es weiter gehen kann.
greetz eure gnitze
das geht ja schon richtig
Gast
anonymous user
Verfasst am:
07.04.08 - 13:12
Mitglied seit:
42 Jahre 6 Wochen
Ranking:
das geht ja schon richtig spannend los..super gemacht..
Ich freu mich schon, wenn der nächste Teil kommt!!
Der erste Teil ist ist ja
Gast
anonymous user
Verfasst am:
07.04.08 - 13:28
Mitglied seit:
42 Jahre 6 Wochen
Ranking:
Der erste Teil ist ist ja schon echt toll geworden..
Echt...schon ab den ersten Teil spannend!
Schreibt schnell weiter!!
Ich freu mich schon!!
Küsschen
♥
hey super anfang! macht
sCar_
Verfasst am:
07.04.08 - 13:30
Mitglied seit:
3 Jahre 51 Wochen
Ranking:
hey super anfang! macht schnell weiter!
"Du hast mir 2 Möglichkeiten aufgezeigt, mit denen du leben kannst, und ich habe die gewählt, mit der ich leben kann. So etwas nennt man Kompromiss."
- Edward (aus Bis(s) zum Abendrot)
hey cooler anfang aber
zanessa 4 ever
Verfasst am:
07.04.08 - 13:37
Mitglied seit:
4 Jahre 8 Wochen
Ranking:
hey cooler anfang aber traurig Vanny kann doch nicht selbstmord machen das dürft ihr nicht zulassen.nein scherz ist ja eure story aba trotzdem traurig also schreibt schnell weiter.
schnell weiter schreiben!!!
Gast
anonymous user
Verfasst am:
07.04.08 - 15:47
Mitglied seit:
42 Jahre 6 Wochen
Ranking:
schnell weiter schreiben!!! Sie kann sich doch jetzt nicht einfach so umbringen!!!
Ist ja voll SWEET
Traeger3
Verfasst am:
07.04.08 - 15:58
Mitglied seit:
4 Jahre 18 Wochen
Ranking:
Ist ja voll SWEET !!!!!!!!!!
Macht schnell weier !!!!!!!!
╔══╗♫
║██║
║( ♥ I love music!...Who doesn't?
╚══╝
Teil 1
Anne1986
Verfasst am:
08.04.08 - 07:31
Mitglied seit:
4 Jahre 7 Wochen
Ranking:
Vielen lieben Dank für eure süßen Kommis! Anscheinend hat der Anfang euer Interesse geweckt! Damit es endlich richtig losgeht haben wir für euchden ersten Teil reingestellt. Viel Spaß beim lesen...
-Stallgeflüster (zusammen mit kruemelchen1988) http://www.highschoolmusic.de/hsm2/node/9775
-*Prominent...?*http://www.highschoolmusic.de/hsm2/node/7408
PLATZ DA! DAS GEHT NACH KOMPETENZ!!!DAS IST UNSER REVIER! THERE HAS TO BE A CROWN! gez. der Hofstaat
Geile Story weiter so!!!
Freaky
Moderator
Verfasst am:
08.04.08 - 07:40
Mitglied seit:
4 Jahre 16 Wochen
Ranking:
Geile Story weiter so!!!
Ein bissiges Forum: http://biss.vampire-legend.com
Klick mich